Sicherheitskräfte nach einer Explosion in Afghanistan | Bildquelle: AP

Afghanistan Tote nach Taliban-Angriff in Kabul

Stand: 03.09.2019 06:07 Uhr

Bei einer schweren Explosion und Schüssen in der afghanischen Hauptstadt Kabul sind mindestens 16 Zivilisten getötet worden. 119 weitere Zivilisten seien verletzt worden, so das Innenministerium.

Von Bernd Musch-Borowska, ARD-Studio Neu-Delhi

In Kabul heulten die Rettungswagen durch die Nacht, wie im afghanischen Fernsehen zu sehen war. Bei einem Angriff der Taliban im Zentrum der Hauptstadt soll es mindestens 16 Tote und mindestens 119 Verletzte gegeben haben. Darunter vor allem Zivilisten, wie der Direktor des Wazir Akbar Khan Krankenhauses, Nezamuddin Jalil, einem Reporter der Nachrichtenagentur AP bestätigte. "Allein hier bei uns sind 28 Verletzte eingeliefert worden, auch ältere Leute, Frauen und Kinder", sagte er.

Am späten Abend war am Rande der sogenannten Green Zone, wo viele internationale Hilfsorganisationen ihren Sitz haben, eine Autobombe explodiert. Danach waren Schüsse zu hören, eine Tankstelle geriet in Brand und es gab eine weitere Explosion.

Taliban bekennt sich zu Selbstmordanschlag im Zentrum von Kabul
tagesschau 08:00 Uhr, 03.09.2019

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US-Sondergesandter in Kabul

Währenddessen wurde im afghanischen Fernsehen gerade ein Interview mit dem US-Sondergesandten Zalmay Khalilzad ausgestrahlt. Er war nach Kabul gekommen, um Präsident Ashraf Ghani über die Ergebnisse der Gespräche in Doha zu unterrichten.

Die US-Regierung habe sich mit den Taliban darauf verständigt, innerhalb von 135 Tagen nach einem Abkommen fünf ihrer Militärstützpunkte in Afghanistan aufzugeben und rund 5000 US-Soldaten abzuziehen, sagte Khalilzad. Wenn die Voraussetzungen entsprechend dem Vertrag erfüllt würden, schränkte er ein.

Kämpfe im Norden Afghanistans verstärkt

Unterdessen haben sich in den vergangenen Tagen die Kämpfe im Norden Afghanistans verstärkt. Am Wochenende starteten die Taliban einen groß angelegten Angriff auf die Provinzhauptstadt Kundus und entlang der Hauptverbindungsstraße zwischen Kabul und den nördlichen Provinzen gibt es anhaltende Gefechte mit den afghanischen Streitkräften. Offenbar wollen die Taliban vor einer möglichen Bekanntgabe eines Waffenstillstandes noch wichtige strategische Gebiete erobern.

Die afghanische Regierung betrachtet einen Waffenstillstand als wichtigste Voraussetzung für ein Abkommen jedweder Art. Das sei der einzige Weg, sagte Sprecher von Präsident Ghani, Sediq Seddiqi, in Kabul. "Ein ernsthafter Frieden ist nach unserer Auffassung nur möglich durch ein Ende der Gewalt und durch direkte Gespräche zwischen der Regierung und den Taliban", sagte er. Er hoffe, dass alles, was in den vergangenen Monaten erreicht wurde, in einen Waffenstillstand münden werde. "Und dass wir die Taliban in direkten Gesprächen davon überzeugen können, dass sie die Gewalt gegen die Afghanen stoppen müssen."

Eine Vereinbarung mit den Taliban und ein Abzug oder Teilabzug der US-Truppen aus Afghanistan könnten allerdings auch die für den 28. September geplanten Präsidentschaftswahlen gefährden. Zahlreiche Kandidaten haben bereits erklärt, sie hielten Frieden für wichtiger als eine Wahl. Selbst der aussichtsreichste Herausforderer von Präsident Ghani, Regierungschef Abdullah Abdullah, hat den Rückzug seiner Kandidatur in Aussicht gestellt. Die Taliban lehnen Wahlen ab und haben die Bevölkerung aufgefordert, nicht zur Wahl zu gehen.

Taliban setzt Anschlagsserie fort: Attentat im Zentrum von Kabul
Bernd Musch-Borowska, ARD Neu-Delhi
03.09.2019 05:43 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 03. September 2019 um 06:45 Uhr.

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