Aquarius 2 | Bildquelle: AFP

Privates Rettungsschiff "Aquarius 2"-Flüchtlinge werden aufgenommen

Stand: 25.09.2018 16:31 Uhr

Die "Aquarius 2" ist das letzte im Mittelmeer verbliebene private Rettungsschiff. An Bord sind 58 Flüchtlinge, die weder in Italien, noch in Malta an Land gehen dürfen. Nun gibt es nach Angaben Portugals eine Lösung.

Portugal, Spanien und Frankreich wollen die 58 aus Seenot geretteten Migranten an Bord des privaten Rettungsschiffes "Aquarius 2" aufnehmen. Dies gab die portugiesische Regierung bekannt. Portugal werde sich um zehn der Geretteten kümmern.

Italien und Malta lehnen die Aufnahme von aus dem Mittelmeer geretteten Menschen ab. Die "Aquarius 2" darf in keinen Hafen der beiden Staaten einlaufen. Derzeit ist allerdings auch noch nicht bekannt, in welchem anderen Hafen das Rettungsschiff anlegen darf. Das Schiff der Organisationen "Ärzte ohne Grenzen" und "SOS Méditerranée" befindet sich derzeit in der Nähe von Malta.

Portugal trete weiterhin für eine "integrierte, stabile und endgültige europäische Lösung" für die Flüchtlingskrise ein, betonte die Regierung von Ministerpräsident António Costa. Aus humanitären Gründen und aufgrund der Notsituation, in der sich die vor Libyen Geretteten auf der "Aquarius 2" befänden, habe man sich zusammen mit Frankreich und Spanien zur Aufnahme entschlossen, hieß es. Die genaue Aufteilung wurde noch nicht öffentlich.

Schiff ohne Genehmigung

Die "Aquarius 2" ist das letzte private Flüchtlingsrettungsschiff im Mittelmeer. Gestern hatten die Hilfsorganisationen angekündigt, Kurs auf einen französischen Hafen zu nehmen. Die französischen Behörden hatten darauf noch ablehnend reagiert und eine europäische Lösung angemahnt.

Panama hat dem Schiff auf Wunsch Italiens die Zulassung entzogen. Die panamaische Schifffahrtsbehörde teilte mit, die italienische Regierung habe angeführt, der Kapitän der "Aquarius 2" habe sich Anweisungen widersetzt, laut denen gerettete Migranten nach Libyen zurückgeschickt werden müssten.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 25. September 2018 um 16:45 Uhr in den Nachrichten.

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