Jean-Claude Arnault (Archivbild vom 12.11.2018) | Bildquelle: dpa

Literaturnobelpreis-Skandal Gericht erhöht Strafe für Arnault

Stand: 03.12.2018 17:21 Uhr

Er hatte auf ein milderes Urteil gehofft, nun muss er länger in Haft: Der Franzose Arnault, der im Zentrum des Literaturnobelpreis-Skandals steht, ist wegen einer zweiten Vergewaltigung verurteilt worden.

Ein schwedisches Gericht hat die Verurteilung des Theaterregisseurs Jean-Claude Arnault bestätigt und ihn wegen einer zweiten Vergewaltigung verurteilt. Der Fall des Franzosen hatte die Schwedische Akademie, die den Literaturnobelpreis vergibt, in eine schwere Krise gestürzt.

Das Gericht in Stockholm verurteilte Arnault im Berufungsprozess zu zweieinhalb Jahren Gefängnis. Die Richter sahen es als erweisen an, dass er vor sieben Jahren eine Frau zweimal vergewaltigt hatte. In erster Instanz war der 72-Jährige im Oktober der Vergewaltigung in einem Fall für schuldig befunden und zu zwei Jahren Haft verurteilt worden.

Mehrere Verdachtsfälle

Der Regisseur bestreitet die Vorwürfe. "Mein Leben ist ruiniert. Ich werde beschuldigt, etwas getan zu haben, das ich nicht getan habe. Es ist schrecklich", hatte er der Zeitung "Expressen" gesagt. Zwar hatten auch andere Frauen Arnault sexuelle Übergriffe vorgeworfen, zur Anklage kam schließlich aber nur der Fall der zweifachen Vergewaltigung einer Frau.

Die Vorwürfe gegen Arnault hatten einen Streit in der Schwedischen Akademie ausgelöst. Acht Mitglieder verließen daraufhin das Gremium oder distanzierten sich davon. Die Vergabe des Literaturnobelpreises musste in diesem Jahr abgesagt werden. Arnault ist mit der Lyrikerin Katarina Frostenson verheiratet, die Mitglied der Akademie ist.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk Kultur am 23. November 2018 um 19:30 Uhr.

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