Nach Krise in Jordanien Mutmaßliche Verschwörer angeklagt

Stand: 14.04.2021 16:42 Uhr

Nach einer Fehde im Königshaus werden in Jordanien 20 mutmaßliche Verschwörer vor Gericht gestellt. Prinz Hamsa, der ebenfalls unter Verdacht steht, muss sich allerdings nicht vor der Justiz verantworten.

Die mutmaßlichen Verschwörer gegen den jordanischen König Abdullah II. müssen sich vor dem Staatssicherheitsgericht verantworten - das berichtet die Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf das staatliche Fernsehen. Entsprechende Ermittlungen seien eingeleitet worden. Seit dem 3. April wurden rund 20 Verdächtige festgenommen, die an der Verschwörung beteiligt gewesen sein sollen.

Der unter Verschwörungsverdacht stehende Halbbruder des jordanischen Königs Abdullah II. wird nach Regierungsangaben nicht vor Gericht gestellt. Ministerpräsident Bischer al-Chasaweh hatte bereits am Montag erklärt: "Prinz Hamsas Fall ist innerhalb der königlichen Familie gelöst worden." Allerdings wurde Hamsa unter Hausarrest gestellt.

Der Regierung Jordaniens bestreitet trotz der Anklage gegen die mutmaßlichen Verschwörer, dass es einen Putschversuch gegeben habe. Stattdessen spreche die Regierung von einem "Versuch, die Sicherheit und Stabilität in Jordanien zu destabilisieren", erklärte ein Abgeordneter.

Hamsa bestreitet Verschwörungsvorwurf

Die jordanische Regierung hatte Prinz Hamsa Anfang April beschuldigt, an einer Verschwörung beteiligt gewesen zu sein. Hamsa bestreitet den Vorwurf, warf der Regierung in einem Interview mit der BBC aber massive Korruption und Inkompetenz vor. Später schwor er nach Angaben des Palastes dann aber dem König die Treue. 

König Abdullah II., der den Thron 1999 nach dem Tod seines Vaters König Hussein bestiegen hatte, hatte Hamsa zunächst gemäß dem Wunsch seines Vaters zum Kronprinzen gemacht. 2004 widerrief er dies jedoch und machte seinen Sohn Hussein zum Thronfolger.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 07. April 2021 um 06:15 Uhr.

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