Militärgewalt gegen Demonstranten USA setzen Handelsabkommen mit Myanmar aus

Stand: 29.03.2021 18:42 Uhr

Alle Ermahnungen und Drohungen halfen nichts - nun greifen die USA zu schärferen Mitteln: Das Handelsabkommen mit Myanmar soll so lange ausgesetzt werden, bis das Land wieder eine demokratisch gewählte Regierung habe.

Als Reaktion auf die exzessive Gewalt des Militärs in Myanmar gegen die Bevölkerung wollen die USA das Handelsabkommen mit dem asiatischen Land aussetzen. US-Präsident Biden verurteilte das brutale Vorgehen der Militärs gegen Protestierende vom vergangenen Wochenende scharf und bezeichnete die dortige Lage als abscheulich.

Auf die Frage nach Sanktionen und einer Reaktion sagte Biden: "Wir arbeiten gerade daran." Das Büro der Handelsbeauftragten Katherine Tai teilte mit, die USA setzten ein 2013 mit Myanmar geschlossenes Rahmenabkommen über Handel und Investitionen ab sofort und so lange aus, bis es in dem Land wieder eine demokratisch gewählte Regierung gebe.

Samstag "blutigster Tag" seit Militärputsch

Großbritannien hat für Mittwoch eine Sitzung des Gremiums hinter verschlossenen Türen angefragt, hieß es aus Kreisen des UN-Sicherheitsrats. Nach einem früheren Treffen hatte der Rat die Gewalt in dem asiatischen Land bereits verurteilt - Einfluss auf das gewalttätige Vorgehen des Militärs schien das aber nicht zu haben.

In Myanmar hatte die Militärgewalt am Wochenende bei landesweiten Protesten mit mehr als 100 Toten einen vorläufigen Höhepunkt erreicht. Die Vereinten Nationen bezeichneten den Samstag als den "blutigsten Tag" seit dem Militärputsch vom 1. Februar. Unter den Toten waren Berichten zufolge mehrere Kinder und Jugendliche im Alter von 5 bis 15 Jahren.

Thailand bereitet sich auf Flüchtlinge vor

Angesichts der dramatischen Lage in Myanmar bereitet sich das benachbarte Thailand auf eine Welle von Flüchtlingen vor. Ministerpräsident Prayut Chan-o-cha erklärte, die örtlichen Behörden bereiteten Areale zur Unterbringung vor.

Erneut protestierten Tausende gegen die Junta, darunter auch in Yangon. Örtlichen Berichten zufolge gingen Einsatzkräfte mit Gewehren und Granaten gegen Demonstranten vor. Dabei sollen mehrere Menschen getötet und weitere verletzt worden sein.

Das Militär hatte in Myanmar Anfang Februar gegen die faktische Regierungschefin Aung San Suu Kyi geputscht. Die 75-Jährige sitzt seither im Hausarrest und wird von der Justiz verschiedener Vergehen beschuldigt. Die Demonstranten fordern eine Wiedereinsetzung von Suu Kyis ziviler Regierung.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 29. März 2021 um 20:00 Uhr.

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