UN-Bericht zu Nordkorea Atomwaffen mit Geld aus Cyber-Angriffen?

Stand: 09.02.2021 17:17 Uhr

Nordkorea modernisiert seine Kernwaffen obwohl es strengen Sanktionen unterliegt. Das Geld beschafft sich das Land laut UN-Bericht durch Hacker-Angriffe und Diebstahl im Internet.

Von Antje Passenheim, ARD-Studio New York

Nordkorea rüstet offenbar sein Atomarsenal auf. Nach einem Experten-Bericht der Vereinten Nationen finanziert das Land die Waffen mit Cyber-Kriminalität und umgeht so Sanktionen. Besonders lukrativ sind demnach Beutezüge im Internet: Nordkoreanische Cyber-Experten seien dort unterwegs, um die Kassen des Regimes von Machthaber Kim Jong Un mit gestohlenen Kryptowährungen zu füllen. Sie erbeuteten nach dem Bericht digitale Zahlungsmittel im Wert von umgerechnet fast 250 Millionen Euro. Das Geld sei dann großteils in China gewaschen und in Währungen wie Dollar umgewandelt worden.

Antje Passenheim, WDR

Illegale Rohbenzin-Importe

Die Cyber-Diebe hätten Banken und virtuelle Geldwechsler überfallen, um damit das Kernwaffenprogramm zu finanzieren. Nordkorea versuche auch, Beiträge von Freiberuflern auf IT-Plattformen abzugreifen, etwa indem es falsche Identitäten vortäusche oder Tarnfirmen in Hongkong errichte. Das Land importiere verbotenerweise Rohbenzin, das unter anderem auf See von Schiff zu Schiff umgepumpt wird, berichten die Beobachter.

Sanktionen gegen Nordkorea seit 2006

Der UN-Sicherheitsrat hat seit Nordkoreas erstem Kernwaffentest im Jahr 2006 immer strengere Sanktionen gegen das Land verhängt, um es zur Einstellung seines Atomprogramms zu zwingen. Doch im UN-Bericht heißt es: Auf Paraden hätten Machthaber in Pjönjang jüngst wieder den Test und Bau neuer Sprengköpfe und Kernwaffen angekündigt.

UN-Bericht: Nordkorea finanziert Atomprogramm über Cyber-Beutezüge
Antje Passenheim, ARD New York
09.02.2021 16:09 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 09. Februar 2021 um 03:00 Uhr in den Nachrichten.

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