Julian Assange in einem Polizeiwagen | Bildquelle: AP

Vergewaltigungsvorwürfe Schweden beantragt Assange-Haftbefehl

Stand: 20.05.2019 11:36 Uhr

Die schwedische Staatsanwaltschaft hat die Festnahme von WikiLeaks-Gründer Assange beantragt und strebt einen europäischen Haftbefehl an. Die Behörde ermittelt erneut wegen Vergewaltigungsvorwürfen.

Derzeit sitzt WikiLeaks-Gründer Julian Assange in London in Haft, die USA fordern seine Auslieferung - und auch die schwedischen Behörden ermitteln. Wegen des Verdachts der Vergewaltigung beantragte die Staatsanwaltschaft des Landes nun einen Haftbefehl gegen den Australier.

Wenn das Bezirksgericht von Uppsala den Weg dafür freimacht, wolle sie einen europäischen Haftbefehl ausstellen, um die Auslieferung Assanges an Schweden zu erreichen. Das teilte die stellvertretende Direktorin der Strafverfolgung, Eva-Marie Persson, mit. Wann das Gericht über den Antrag entscheidet, ist unklar.

Eva-Marie Persson, Vize-Chefanklägerin in Schweden im Fall Assange | Bildquelle: Anders Wiklund/EPA-EFE/REX
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Eva-Marie Persson strebt einen europäischen Haftbefehl gegen Assange an.

Assange bestreitet die Vorwürfe

Perssons Behörde hatte ihre Voruntersuchungen gegen Assange vor einer Woche wiederaufgenommen. Dem 47-Jährigen wird vorgeworfen, 2010 eine Frau in Schweden vergewaltigt zu haben. Er hat das stets bestritten. Andere Vorwürfe sind inzwischen verjährt.

Die schwedische Staatsanwaltschaft hatte die Ermittlungen 2017 eingestellt, weil es ihr nicht gelungen war, Assange ausführlich zu verhören. Die Schuldfrage blieb aber ungeklärt.

Assange ist in Großbritannien wegen Verstoßes gegen Kautionsauflagen zu 50 Wochen Haft verurteilt worden. Die USA, die ihm Verschwörung mit der Whistleblowerin Chelsea Manning vorwerfen, stellten offiziell einen Auslieferungsantrag.

Die britischen Behörden entscheiden

Sollte dieser Antrag in Konkurrenz zu einem schwedischen europäischen Haftbefehl stehen, müssten die britischen Behörden entscheiden, welcher der beiden Punkte wichtiger sei, erklärte Persson.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 20. Mai 2019 um 11:45 Uhr.

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