Der 82-jährige Brite Brian Pinker wird als erster mit dem Impfstoff AstraZeneca geimpft | Bildquelle: AP

Impfung in Großbritannien AstraZeneca-Vakzin erstmals verabreicht

Stand: 04.01.2021 10:50 Uhr

In Großbritannien haben die weltweit ersten Impfungen mit dem Mittel von AstraZeneca begonnen. Für die EU ist der Corona-Impfstoff noch nicht zugelassen - eine Entscheidung darüber bereits im Januar gilt als unwahrscheinlich.

Ein vom Pharmakonzern AstraZeneca gemeinsam mit der Universität Oxford entwickelter Corona-Impfstoff ist in Großbritannien zum weltweit ersten Mal verabreicht worden.

Der Impfstoff wurde dem 82-jährigen Dialysepatienten Brian Pinker im Universitätsklinikum von Oxford gespritzt.

Impfung zunächst in einigen Krankenhäusern

Der Astrazeneca-Impfstoff wird während der ersten Tage in einigen wenigen britischen Krankenhäusern verabreicht, um mögliche Nebenwirkungen zu beobachten.

Diese Woche würden aber Hunderte zusätzliche Impfstellen an den Start gehen, darunter sowohl Krankenhäuser als auch Arztpraxen, in Ergänzung zu den 700 Stellen, die bereits in Betrieb seien, teilte der Nationale Gesundheitsdienst mit.

Der Gesundheitsdienst verabreicht seit dem 8. Dezember den von Biontech und Pfizer entwickelten Impfstoff an Beschäftigte des Gesundheitswesens sowie an Bewohner und das Personal von Pflegeheimen.

Der Impfstoff von AstraZeneca und Oxford erweitert nun das Arsenal. Er ist billiger und einfacher zu nutzen, da er im Gegensatz zu dem Mittel von Biontech nicht bei extrem niedriger Temperatur tiefgekühlt gehalten werden muss.

Entscheidung über EU-Zulassung steht aus

In der Europäischen Union ist der Impfstoff von AstraZeneca noch nicht zugelassen. Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) stellte vorige Woche auch klar, dass eine Zulassung noch im Januar "unwahrscheinlich" sei. AstraZeneca hat für die EU auch noch gar keinen Zulassungsantrag gestellt.

Die EMA begutachtet Sicherheit und Wirksamkeit des AstraZeneca-Impfstoffs aber bereits in einem laufenden Prüfungsverfahren, dem sogenannten "Rolling Review".

Dass die Ergebnisse der klinischen Studien bereits geprüft werden, trägt im Falle eines Zulassungsantrags zu einem beschleunigten Verfahren bei. 

Für den Fall einer Zulassung hat sich die EU bereits vor Monaten vertraglich 300 Millionen Dosen des Impfstoffs gesichert und eine Option auf weitere 100 Millionen Impfdosen ausgehandelt.

Zulassung in Argentinien und Indien

Die USA gehen nach Behördenangaben davon aus, dass der AstraZeneca-Impfstoff erst im April die Zulassung erhält. Kurz nach Großbritannien hatte bereits Argentinien das Vakzin zugelassen, am Sonntag zog das bevölkerungsreiche Indien nach.

Über dieses Thema berichtete B5 aktuello am 04. Januar 2021 um 09:03 Uhr.

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