Polizisten inspizieren den Tatort. | Bildquelle: REUTERS

Tod einer Journalistin in Londonderry Polizei nimmt zwei Männer fest

Stand: 20.04.2019 12:31 Uhr

Nach den tödlichen Schüssen auf eine Journalistin während Ausschreitungen in Londonderry hat die Polizei zwei junge Männer festgenommen. Die Polizei vermutet, dass der Angriff von irischen Nationalisten ausging.

Nach dem Tod der Journalistin Lyra McKee in Nordirland sind zwei junge Männer festgenommen worden. Sie sind 18 und 19 Jahre alt, wie die Polizei mitteilte. Die Männer werden in Belfast, der Hauptstadt des britischen Landesteils, verhört. Zuvor hatte die Polizei ein Video von Freitagabend mit einem Verdächtigen veröffentlicht. Auslöser für die Krawalle soll der jährliche Protest an Ostern im Zusammenhang mit dem Nordirland-Konflikt gewesen sein.

Die 29-Jährige McKee war bei gewaltsamen Ausschreitungen in der Stadt Londonderry erschossen worden. Eine Kugel traf ihren Kopf, sie starb im Krankenhaus. Die Ermittler gehen von einem "terroristischen Vorfall" aus. Sie vermuten, dass hinter der Tat eine militante Republikaner-Gruppe namens Neue IRA stecken könnte. Es handelt sich um eine Splittergruppe, die das Karfreitagsabkommen ablehnt. Die Neue IRA wird auch für den Autobombenanschlag im Januar in Londonderry verantwortlich gemacht. Dabei wurde niemand verletzt.

Ausschreitungen in Londonderry | Bildquelle: dpa
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Die Polizei vermutet, dass eine militante Republikaner-Gruppe namens Neue IRA hinter der Tat stecken könnte.

Furcht vor neuem Konflikt

In den vergangenen Monaten haben die Spannungen in Nordirland wieder zugenommen. Es wird befürchtet, dass der Konflikt dort wieder aufflammen könnte, sollten beim Brexit wieder Grenzkontrollen zwischen Nordirland und dem EU-Mitgliedsland Irland eingeführt werden.

In Nordirland hatte jahrzehntelang ein Bürgerkrieg gewütet, bei dem Tausende Menschen ums Leben kamen und Zehntausende verletzt wurden. In dem Konflikt standen katholische Nationalisten, die eine Vereinigung mit Irland anstreben, protestantischen Unionisten gegenüber, die weiter zu Großbritannien gehören wollen.

Die nordirische Stadt Londonderry | Bildquelle: dpa
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Die Zerrissenheit der Stadt wird schon beim Namen deutlich: Londonderry ist der offizielle britische Name. Die meisten der etwa 85.000 Einwohner sind aber Katholiken. Sie nennen die Stadt Derry.

Traurige Berühmtheit erlangte Londonderry durch den sogenannten Blutsonntag, an den auch Wandgemälde an Häusern erinnern. Britische Fallschirmjäger erschossen dort am 30. Januar 1972 - dem "Bloody Sunday" - 13 katholische Demonstranten. Als Folge verschärfte sich der Konflikt zwischen Katholiken und Protestanten.

Am Osterwochenende erinnern irisch-katholische Nationalisten jedes Jahr an den Osteraufstand gegen die Briten in Dublin im Jahr 1916. Vor 21 Jahren wurde der Nordirland-Konflikt mit dem Karfreitagsabkommen beendet.

Sorge vor neuen Unruhen in Nordirland
tagesthemen 23:15 Uhr, 19.04.2019, Annette Dittert, ARD London

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Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 19. April 2019 um 23:15 Uhr.

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