Ein ausgebranntes Autowrack in New South Wales. | Bildquelle: AFP

Buschbrände in Australien Helden geben Halt

Stand: 05.01.2020 11:00 Uhr

Die Buschbrände in Australien wüten weiter. Die Zahl der Toten ist auf 24 gestiegen, Hunderte weitere Häuser wurden ein Raub der Flammen. Was kann helfen? Vielleicht Heldengeschichten.

Eine Reportage von Holger Senzel, ARD-Studio Singapur, zzt. Sydney

Eine Frau marschiert mit ihrem Pferd in eine Bar. Der Mann an der Theke verzieht keine Miene und stellt ein Bier auf den Tresen. Das Pferd leckt das Kondenswasser vom Glas, die Frau kippt den Inhalt herunter.

"Es ist das freundlichste Pferd, das ich kenne", sagt Mark Ethel, Eigentümer des Waterfront Hotels in Moruya im Südosten von New South Wales. Die Gemeinde gehe durch harte Zeiten, Häuser seien niedergebrannt, Nachbarn gestorben. Da sei es selbstverständlich, dass man sich gegenseitig helfe.

Denn Bec Winter hätte ihr Pferd Charmer niemals draußen vor der Tür gelassen. Charmer hat ihr das Leben gerettet. "Sie war unglaublich", erzählt die Frau, "ich bin so stolz auf sie. Ich wusste ja  nicht, ob wir direkt ins Feuer hineinreiten. Da war extrem viel Rauch. Ich konnte die Hitze fühlen - aber wusste nicht: Kommt das von der Sonne oder von den Flammen? Es war erschreckend. Aber ich hatte großes Vertrauen in Charmer, dass sie mich sicher da rausbringt. Und das hat sie! Sie ist meine Heldin." 

Brände in Australien
Morgenmagazin, 06.01.2020, Sandra Ratzow, ARD zzt. Canberra

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Geschichten, die Mut machen

Es sind Geschichte wie diese, die den Menschen Mut machen. Wie die Schlagzeilen vom "Kampf der Apfelstadt Bartlow" oder auch "Schlacht in der Geisterstadt", die heute auf den Titelseiten australischer Zeitungen prangen. Die 1200-Einwohner-Gemeinde - berühmt für Apfelanbau und Saftproduktion - war geräumt worden, als die Flammenwände sich näherten - keine Chance, sie zu retten.

Doch einige Einwohner blieben und zogen gemeinsam mit einer Gruppe Feuerwehrmänner in die Schlacht. Worte aus dem Krieg, doch so fühlt es sich auch an für die Menschen hier. Ein Großteil der Häuser von Bartlow brannte trotzdem nieder - aber irgendwann in der Nacht zog sich das Feuer zurück. Eine Menge Glück, wechselnder Wind vermutlich, aber das spielt keine Rolle - es ist eine weitere Heldengeschichte.

Von Frauen und Männern, die nicht kapitulieren gegen einen übermächtigen Feind. Der Mensch mit all seiner ausgefeilten Technik scheint hilflos gegen die wütende Natur. Und mancher Klimaaktivist glaubt denn auch, es sei die Rache dieser Natur für jahrzehntelangen Misshandlungen. 

Dieses von der Feuerwehrbehörde des Bundesstaats New South Wales auf Twitter geteilte Foto zeigt Feuerwehrleute bei dem Versuch, Wohnhäuser um Charmhaven vor den Bränden zu schützen. | Bildquelle: dpa
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Dieses von der Feuerwehrbehörde des Bundesstaats New South Wales auf Twitter geteilte Foto zeigt Feuerwehrleute bei dem Versuch, Wohnhäuser um Charmhaven vor den Bränden zu schützen.

Rache der Natur - oder Zufall?

Premierminister Scott Morrison mag den Zusammenhang zwischen extremer Hitze, Jahrhundertdürre und dem menschengemachten Klimawandel noch immer nicht ganz akzeptieren. Denn Kohle ist die Seele der australischen Wirtschaft, ohne seine Kohle wäre "down under" ein Agrarstaat - und deshalb soll die Förderung sogar noch gesteigert werden. "Buschfeuer hat es in Australien schon immer gegeben", argumentiert die Regierung gern. 

Man kann es daher durchaus als Widerspruch zum eigenen Regierungschef interpretieren, was Gladys Berejiklian - Premierministerin von New South Wales - heute auf einer Pressekonferenz sagte. Sicher habe es in Australien immer schon Buschbrände gegeben, aber was das Ausmaß der Feuer angehe, sei man in völlig unkartiertem Terrain. "Viele Städte, die noch nie zuvor ein Buschfeuer erlebt haben, wurden vollständig ausradiert. Diese Wetterbedingungen, die Ausbreitung und die Geschwindigkeit der Feuer, die Art und Weise, wie sie Gemeinden angreifen - das ist ohne Beispiel, das gab es noch nie. Das müssen wir akzeptieren. Und ich bin nicht überrascht, dass auch Nationen außerhalb Australiens das sehr genau beobachten."

Etwas Abkühlung erwartet

Mit 48,9 Grad Celsius war Sydney gestern der heißeste Platz der Erde. Die kommenden Tage bringen ein wenig Abkühlung, entlang der Küste möglicherweise sogar Regen. Feuerwehrchef Shane Fitzsimmons spricht von einer gewissen Erleichterung, warnt aber zugleich vor zu großen Erwartungen: "Es ist eher eine psychologische Erleichterung. Es reicht auf keinen Fall, um die Feuer unter Kontrolle zu bekommen."

Anhaltende Buschbrände in Australien
Holger Senzel, ARD Singapur
05.01.2020 10:14 Uhr

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Über dieses Thema berichtete MDR aktuell am 05. Januar 2020 um 04:09 Uhr.

Korrespondent

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Holger Senzel, NDR

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