Heftiger Regen geht im australischen Sydney auf Fußgänger nieder. | Bildquelle: REUTERS

Brände in Australien Endlich Regen

Stand: 17.01.2020 17:05 Uhr

Es regnet in Australien - das verschafft der Feuerwehr in den Brandgebieten eine Atempause. Doch die Niederschläge bringen neue Gefahren mit sich. Zudem klagt die Tourismusbranche: Die Brände haben Urlauber verschreckt.

Anhaltender Regen hilft der Feuerwehr in Australien im Kampf gegen die Buschbrände. Im am stärksten betroffenen Bundesstaat New South Wales erklärte die Feuerwehr: "In den vergangenen 24 Stunden hat es in den meisten Brandgebieten geregnet, was eine hervorragende Nachricht ist." Löschen würde der Niederschlag die Feuer nicht, aber sie etwas eindämmen.

Auf Twitter freute sich die Feuerwehr mit Humor. Sie zeigte sie ein Schild: "Gleich wieder da. Sind draußen beim Pfützen-Hüpfen!!" In New South Wales lag die Zahl der Feuer bei unter 80, im benachbarten Victoria waren es 17. Dort lösten Blitze allerdings auch einige neue Brände aus.

Regen bringt neue Probleme

In einigen Fällen könnten die Regenfälle die Arbeit der Feuerwehr auch erschweren, weil Löschfahrzeuge auf matschigen Waldwegen schlechter vorankommen. Auch Sturzfluten drohen, weil die verkohlten Böden das Regenwasser nicht aufsaugen können. Medienberichten zufolge hat in Bäche gespülte Asche bereits zahlreiche Fische vergiftet.

Urlauber bleiben weg

Als Folge der Feuer befürchtet die australische Tourismusindustrie Milliardenverluste. Die Zahl der Reisebuchungen sei um bis zu 20 Prozent zurückgegangen, sagte der Branchenverband ATEC. Er rechnet mit Einbußen von umgerechnet 2,8 Milliarden Euro.

"Internationale Besucher stornieren aus Sorge um die Luftqualität, ihre Sicherheit und die Auswirkungen der Brände auf unser touristisches Angebot", sagte ATEC-Geschäftsführer Peter Shelley - dabei seien viele wichtige Touristenziele gar nicht von den Feuern betroffen. Vor allem viele Touristen aus den USA, Großbritannien und Europa blieben weg - sie machen in der beliebten Reisezeit von Dezember bis Februar normalerweise die Hälfte der Australien-Besucher aus.

Tennisturnier im Rauch?

Ein Problem sind die Brände auch für die Australian Open. Meteorologen sagen voraus, dass am Wochenende wieder Rauch nach Melbourne ziehen wird. Dort beginnen am Montag die Australian Open. Die schlechte Luft hatte den Tennisspielern in der Qualifikationsrunde große Probleme gemacht. Die Organisatoren sahen sich heftiger Kritik von Spielerinnen und Spielern ausgesetzt.

Bei den seit September wütenden Buschbränden sind 28 Menschen und schätzungsweise eine Milliarde Tiere ums Leben gekommen. Mehr als 2000 Häuser wurden zerstört. Zehn Millionen Hektar Land brannten nieder, eine Fläche größer als Portugal.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 17. Januar 2020 um 11:00 Uhr.

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