Erneuter Luftangriff im Irak

Bagdad Drei Raketen nahe US-Botschaft eingeschlagen

Stand: 21.01.2020 01:28 Uhr

In der irakischen Hauptstadt Bagdad sind drei Raketen eingeschlagen. Die Geschosse trafen die gut bewachte grüne Zone, in der sich auch die US-Botschaft befindet. Es gab aber keine Verletzten.

In der Nähe der US-Botschaft in Bagdad sind nach Angaben aus Sicherheitskreisen mehrere Raketen eingeschlagen. Die Rede ist von drei Katjuscha-Raketen. Verletzt wurde demnach niemand. Offenbar wurden die Geschosse aus einem Vorort der irakischen Hauptstadt abgefeuert.

Wer dafür verantwortlich ist, ist nicht klar. Seit Ende Oktober gab es mehrere Raketenangriffe auf US-Ziele im Irak. Die US-Regierung machte in der Vergangenheit die pro-iranischen Hasched al-Schaabi-Milizen für die Attacken in der Grünen Zone verantwortlich.

Angespannte Lage

Erst vor einer guten Woche hatte der Iran Raketen auf Militär-Stützpunkte im Irak abgefeuert, die auch von den USA genutzt werden. Dies war jedoch eine angekündigte Vergeltungsmaßnahme für die Tötung des Generals Kassem Soleimani und des irakischen Milizen-Anführers Abu Mehdi al-Muhandis durch eine US-Drohne. Seitdem haben die Spannungen in der Region zugenommen.

Die grüne Zone in Bagdad war 2003 nach dem Sturz von Langzeitherrscher Saddam Hussein aus Sicherheitsgründen errichtet worden. In dem Gebiet befinden sich neben der US-Botschaft auch zahlreiche weitere diplomatische Vertretungen und internationale Organisationen.

Tote bei Protesten

Gleichzeitig lieferten sich in Bagdad irakische Einsatzkräfte und Regierungsgegner erneute Zusammenstöße. Die Polizei schoss scharf und setzte Tränengas ein. Dabei seien in der Nacht zu Montag drei Demonstranten getötet worden, verlautete aus Medizinerkreisen. Einer sei an einer Schusswunde gestorben, ein anderer, nachdem ein Tränengaskanister ihn am Kopf getroffen habe. Dutzende Demonstranten wurden verletzt, wie es in Behördenstellen hieß. Wichtige Straßen ins Zentrum von Bagdad wurden abgeriegelt.

Die UN-Gesandte im Irak forderte die politische Führung des Landes auf, wieder Reformen anzustrengen. Wenn die bisherigen Maßnahmen nicht vervollständigt würden, dann blieben sie hohl, sagte Jeanine Hennis-Plasschaert. Mit Blick auf die Proteste forderte sie: "Eine gewaltsame Unterdrückung von friedlichen Protestierenden ist nicht zu akzeptieren und muss unter allen Umständen vermieden werden."

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 20. Januar 2020 um 23:00 Uhr.

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