Frankreichs Präsident Macron umarmt eine junge Frau am Ort der Explosionen in Beirut. | Bildquelle: REUTERS

Explosionen im Libanon Europa verspricht Beirut Millionenhilfen

Stand: 06.08.2020 13:26 Uhr

Nach den verheerenden Explosionen hat die EU dem Libanon Millionenhilfen zugesagt. Auch Bundespräsident Steinmeier stellte weitere Unterstützung in Aussicht. Frankreichs Präsident Macron flog persönlich nach Beirut.

Nach den verheerenden Explosionen in Beirut läuft auch die internationale Hilfe an. Deutschland und mehrere andere Staaten schickten Rettungsmannschaften mit Spürhunden und Experten für die Suche nach Verschütteten.

Ein etwa 50-köpfiges Team des Technischen Hilfswerks (THW) startete in Frankfurt am Main zu einem Hilfseinsatz in die libanesische Hauptstadt. Die Einheit soll bei der Suche nach Verschütteten helfen. An Bord derselben Maschine befanden sich auch sieben Experten der Hilfsorganisation Isar Germany. Sie sind Ärzte und Fachleute für Gefahrgut.

Bereits am Mittwochabend traf ein Flugzeug mit Hilfsgütern aus den Vereinigten Arabischen Emiraten ein. Dem Libanon fehlen unter anderem medizinische Güter. Auch die Weltgesundheitsorganisation hatte die Lieferung von medizinischen Hilfsgütern angekündigt, die für Tausende Behandlungen von Opfern reichen sollten, teilte WHO-Sprecher Tarik Jasarevic mit.

Internationale Hilfe für den Libanon angelaufen
tagesschau 15:00 Uhr, 06.08.2020, Ramin Sina, SWR

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Die Bundeswehr flog nach eigenen Angaben ein medizinisches Erkundungsteam nach Beirut. Zudem unterbrach die Korvette "Ludwigshafen am Rhein" ihren UNIFIL-Einsatz im Mittelmeer und nahm Kurs auf Beirut. Der Schiffsarzt und die Besatzung sollen vor Ort unterstützen.

EU und Deutschland sagen weitere Unterstützung zu

Die EU sagte dem Libanon Nothilfe in Höhe von mehr als 33 Millionen Euro zu. Mit dem Geld soll zum Beispiel medizinische Ausrüstung finanziert werden, wie EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen nach einem Gespräch mit dem libanesischen Ministerpräsidenten Hassan Diab mitteilte. Weitere Hilfen könnten je nach Einschätzung der humanitären Lage vor Ort folgen, hieß es. Von der Leyen bot dem Libanon zudem die Unterstützung der EU beim Wiederaufbau des zerstörten Teils der Stadt an.

Auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier stellte weitere deutsche Unterstützung in Aussicht. In einem Telefongespräch mit seinem libanesischen Amtskollegen Michel Aoun sprach er den Opfern und ihren Angehörigen sein tiefes Beileid aus und versicherte der libanesischen Bevölkerung die Solidarität Deutschlands, wie das Bundespräsidialamt mitteilte.

Macron will Hilfen ausweiten

Der französische Staatspräsident Emmanuel Macron reiste kurzfristig nach Beirut, um mit Regierungsvertretern zusammenzutreffen. "Es handelt sich um eine politische, moralische, wirtschaftliche und finanzielle Krise, deren erstes Opfer das libanesische Volk ist, und sie erfordert extrem schnelle Reaktionen", sagte Macron nach seiner Ankunft.

Man müsse zusätzliche französische und europäische Unterstützung organisieren, betonte Macron. Frankreich wolle dies "in den kommenden Stunden" organisieren. Die Hilfe und die Unterstützung für die Bevölkerung stehe heute im Vordergrund, sagte er. Macron mahnte aber auch Reformen in den Bereichen Energie und Korruptionsbekämpfung an.

Er kündigte auch die Ankunft weiterer französischer Polizei- und Ermittlungsteams im Libanon an. Bereits gestern hatte Frankreich zwei Flugzeuge mit Spezialisten, Rettungskräften und Versorgungsgütern Richtung Beirut geschickt.

Der libanesische Präsident Michel Aoun (rechts) begrüßt Frankreichs Präsident Emmanuel Macron (links) am Flughafen. | Bildquelle: via REUTERS
galerie

Der libanesische Präsident Michel Aoun (rechts) begrüßt Frankreichs Präsident Emmanuel Macron (links) am Flughafen.

Regierung ruft Ausnahmezustand aus

Die libanesische Regierung rief nach einer Kabinettssitzung einen zweiwöchigen Ausnahmezustand aus. Er gibt der Armee mehr Befugnisse. Die Ermittlungen zu der Katastrophe sollen transparent sein, versprach Präsident Michel Aoun. Die Verantwortlichen sollten zur Rechenschaft gezogen werden. Eine Untersuchungskommission der Regierung soll dem Kabinett innerhalb von fünf Tagen einen ersten Bericht vorlegen.

Die Ermittler gehen Vorwürfen der Fahrlässigkeit nach: Im Zentrum steht die jahrelange Lagerung von 2750 Tonnen Ammoniumnitrat im Hafen. Eine nicht näher genannte Zahl von Hafenmitarbeitern stehen inzwischen unter Hausarrest.

Kritiker prangern Fahrlässigkeit an und werfen der politischen Führung des Landes Versagen vor. Die Verwaltung des Hafens und die Zollbehörde gelten in Teilen der Bevölkerung als korrupt und Institutionen der Vetternwirtschaft.

Brennpunkt - Beirut in Trümmern
Eine Explosion am Hafen von Beirut hat dramatische Konsequenzen: Mindestens 100 Tote, etliche zerstörte Gebäude in der libanesischen Hauptstadt, deren Bewohner jetzt obdachlos sind. Auch die Lebensmittel werden knapp.

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

135 Tote und viele Vermisste in Beirut

Bei der Explosion am Dienstag waren nach Angaben des libanesischen Gesundheitsministeriums 135 Menschen getötet und etwa 5000 verletzt worden. Zahlreiche Menschen werden vermisst. Die Detonation riss einen Krater mit einem Durchmesser von rund 200 Metern in den Hafen, der sich mit Meerwasser füllte.

Große Teile des Hafens, der für die Versorgung des Landes zentral ist, sind zerstört oder beschädigt. Dies könnte die Versorgungskrise weiter verschärfen, da das Land stark von Importen abhängig ist. Auch die großen Getreidesilos, in denen ein Teil der nationalen Reserven lagerte, liegen in Trümmern. Umliegende Wohngebiete wurden stark beschädigt - beinahe 300.000 Menschen sollen ihr Zuhause verloren haben.

Mit der Zerstörung seines wichtigsten Hafens stellt sich auch die Frage, wie der von einer schweren Wirtschaftskrise gebeutelte Libanon künftig versorgt wird, der mehr als eine Million Bürgerkriegsflüchtlinge aus dem benachbarten Syrien aufgenommen hat. Das Land befindet sich in einer massiven Währungskrise, hinzu kommt die Corona-Pandemie. Viele Menschen hatten bereits ihren Job verloren, Ersparnisse schrumpften aufgrund der Inflation.

Die finanzielle Schäden durch die Explosion betrügen zwischen zehn und 15 Milliarden Dollar (8,4 bis 12,6 Milliarden Euro), sagte der Gouverneur von Beirut, Marwan Abboud, dem saudischen Fernsehsender Al-Hadath. Die genaue Ursache des Unglücks ist noch unklar. Es wird vermutet, dass ein Feuer das Ammoniumnitrat entzündete.

Redaktioneller Hinweis: In der ersten Version der Meldung wurden die finanziellen Schäden im Millionenbereich angegeben. Es sind jedoch zehn bis 15 Milliarden Dollar.

Beirut nach der verheerenden Explosion
Jürgen Stryjak, ARD Kairo
06.08.2020 06:52 Uhr

Download der Audiodatei

Wir bieten dieses Audio in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Audiodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Über dieses Thema berichtete die ARD im Brennpunkt am 05. August 2020 um 20:15 Uhr.

Darstellung: