Belgiens ehemaliger König Albert II. hat Delphine Boël als seine uneheliche Tochter anerkannt. | Bildquelle: dpa

Rechtsstreit in Belgien Ex-König Albert II. erkennt Tochter an

Stand: 28.01.2020 02:48 Uhr

Das Gerücht beschäftigte die belgische Öffentlichkeit seit langem. Jetzt hat der ehemalige König Albert II. die 51-jährige Delphine Boël als seine uneheliche Tochter anerkannt. Ein DNA-Test brachte die Wahrheit ans Licht.

Nach einem jahrelangen Rechtsstreit um einen Vaterschaftstest hat der ehemalige belgische König Albert II. die 51-jährige Delphine Boël als seine uneheliche Tochter anerkannt. "Die wissenschaftlichen Ergebnisse deuten darauf hin, dass er der biologische Vater von Frau Delphine Boël ist", hieß es in einer Pressemitteilung seiner Anwälte. Albert II. habe die Ergebnisse des DNA-Tests zur Kenntnis genommen, hieß es in der Erklärung weiter.

König Albert II Belgien
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Albert II. hat Boël als seine uneheliche Tochter anerkannt. (Archivbild)

Vaterschaftstest oder Strafgeld

Boël kämpft seit fast sieben Jahren vor Gericht darum, dass sie als Tochter anerkannt wird. Es gehe ihr nicht um Geld oder Titel, versicherte sie mehrmals in Interviews, sondern darum, nicht weiter in der Öffentlichkeit als fragwürdige Person dargestellt zu werden. In der Vergangenheit habe das beispielsweise dazu geführt, dass Banken ihre Glaubwürdigkeit in Frage stellten. Auch ihre Familie sei von der unsicheren Situation betroffen.

Albert II. ist heute 85 Jahre alt. Dass er eine langjährige Beziehung zur Mutter von Delphine Boël hatte, war in Belgien ein offenes Geheimnis. Als der König 2013 zugunsten seines ältesten Sohnes Philippe abdankte, verlor er seine Immunität und die Gerichte konnten der Vaterschaftsklage nachgehen. Im Mai 2019 drohte das Brüsseler Berufungsgericht dem früheren Monarchen ein Strafgeld in Höhe von 5000 Euro täglich an, für den Fall, dass er sich weiter einem Vaterschaftstest widersetzen würde.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 28. Januar 2020 um 12:32 Uhr.

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