Reiserückkehrer stehen vor dem Corona-Testzentrum am Flughafen Stuttgart (Archivbild). | Bildquelle: dpa

Neue Corona-Risikogebiete Auch Belgien, Island und Teile Großbritanniens

Stand: 01.10.2020 07:08 Uhr

Wegen steigender Corona-Neuinfektionen hat die Bundesregierung Regionen in mehreren europäischen Ländern zu Risikogebieten erklärt. Die pauschale Reisewarnung für Länder außerhalb der EU wurde derweil aufgehoben.

Die Bundesregierung hat ganz Belgien, Island und einzelne Regionen in weiteren europäischen Ländern wegen steigender Infektionszahlen zu Corona-Risikogebieten erklärt. Das Robert Koch-Institut aktualisierte seine Risikoliste, auf der nun mit Wales und Nordirland erstmals auch Gebiete Großbritanniens stehen.

In Frankreich kamen die Regionen Pays de la Loire und Burgund (Bourgogne) hinzu. Damit ist im größten Nachbarland Deutschlands nur noch die einst besonders stark von der Pandemie betroffene Grenzregion Grand Est von der Einstufung als Risikogebiet ausgenommen. In Belgien wurde zuletzt nur die Hauptstadt Brüssel als Risikogebiet geführt. Die Ausweitung auf das ganze Land betrifft nun auch Grenzregionen zu Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz.

Erstmals nahm die Bundesregierung Gebiete in den beiden baltischen Staaten Litauen und Estland auf die Risikoliste. Außerdem kamen Regionen in Irland, Slowenien, Ungarn und Rumänien hinzu.

Die jüngsten Ergänzungen der Risikogebietsliste auf einen Blick:

  • Belgien
  • Island
  • Frankreich: Pays de la Loire und Burgund (Bourgogne)
  • Großbritannien: Wales und Nordirland
  • Irland: Border Region
  • Estland: Kreis Ida-Viru
  • Litauen: Region Siauliai
  • Slowenien: Region Koroska
  • Ungarn: Komitate Pest, Csongrad und Vas
  • Rumänien: Gespanschaften Alba und Cluj

Einzelne Aufhebungen von Risikogebietseinordnung

Es gibt aber auch gute Nachrichten: Für Freiburg (Fribourg) in der Schweiz sowie die kroatischen Urlaubsziele Zadar und Sibenik-Knin wurde der Status als Risikogebiet aufgehoben.

Die Einstufung als Risikogebiet und die anschließende Reisewarnung erfolgen, wenn die Zahl der Corona-Neuinfektionen die Marke von 50 Fällen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen übersteigt. Die Reisewarnung ist kein Verbot, soll aber eine erhebliche abschreckende Wirkung speziell für Touristen haben. Allerdings hat sie auch eine positive Seite für Verbraucher: Sie ermöglicht es Urlaubern, Buchungen kostenlos zu stornieren.

Mit den neuen Entscheidungen der Bundesregierung sind nun 17 von 27 EU-Länder zumindest teilweise Corona-Risikogebiete, Belgien, Spanien, Tschechien und Luxemburg sogar ganz. Island gehört nicht zur Europäischen Union, aber zum grenzkontrollfreien Schengen-Raum. Polen ist das einzige der neun Nachbarländer Deutschlands, das noch nicht auf der Risikoliste steht. Aber auch dort steigen die Infektionszahlen. Unter den EU-Ländern ohne Corona-Risikogebiet sind die beliebten Urlaubsländer Italien, Griechenland, Malta und Zypern.

Pauschale Reisewarnung für Länder außerhalb der EU aufgehoben

Nach mehr als einem halben Jahr hat die Bundesregierung zudem die pauschale Reisewarnung wegen der Corona-Pandemie für mehr als 160 Länder außerhalb der Europäischen Union aufgehoben. Jedes Land der Welt wird nun einzeln bewertet - so wie bisher bereits die Länder der EU und des grenzkontrollfreien Schengen-Raums. Eine Reisewarnung wird nur noch für die Länder ausgesprochen, die den Grenzwert von 50 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen überschreiten. Das gilt derzeit für mehr als 130 Länder ganz oder teilweise.

Für etwa 50 weitere Länder wird unabhängig von der Infektionslage von Reisen abgeraten. Der Grund: Dort gelten noch Einreisebeschränkungen oder eine Ausreisesperre in die EU. Zu dieser Staatengruppe gehört beispielsweise das beliebte Winterurlaubsland Thailand, wo es kaum Corona-Infektionen gibt, aber ausländische Touristen auch nicht einreisen dürfen. Unter dem Strich bleiben dann nicht mehr viele Länder übrig, für die weder vor Reisen gewarnt noch von ihnen abgeraten wird - vor allem weil derzeit in Europa alle paar Tage neue Reisewarnungen hinzukommen.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version dieser Meldung wurde eine falsche Zahl der betroffenen Länder genannt. Wir haben den Fehler korrigiert.

Stichwort: Belgien, Island: Neue Reisewarnungen und Ende pauschaler Bewertung
Angela Ulrich, ARD Berlin
01.10.2020 08:12 Uhr

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