Eine Frau legt Blumen nach dem Attentat von Lüttich ab. | Bildquelle: dpa

Terroristische Tat in Lüttich Täter rief "Allahu Akhbar"

Stand: 30.05.2018 17:59 Uhr

"Gott ist groß" rief der Attentäter von Lüttich, bevor er drei Personen ermordete. Die Behörden gehen von einer terroristischen Tat aus. Zudem soll der Mann zuvor noch einen weiteren Menschen getötet haben.

Von Kai Küstner, ARD-Studio Brüssel

Für die belgischen Behörden ist nun klar: Sie stufen den Angriff von Lüttich als terroristischen Mord ein. Augenzeugen hatten bereits kurz nach der Tat davon berichtet, dass der mutmaßliche Täter "Allahu Akhbar" ("Gott ist groß") geschrien habe - nun gibt es dafür eine offizielle Bestätigung.

Mehrere Male habe der Mann den Satz gebrüllt, sagte Staatsanwalt Eric van der Sypt, bevor er in einer Schule eine Frau als Geisel genommen habe. Und dann erneut, kurz bevor er in einem Feuergefecht mit einer Spezialeinheit der Polizei getötet wurde. Im Netz kursiert ein Video, auf dem der Ruf des mutmaßlichen Terroristen zu hören ist, sowie die Antwort einer ärgerlichen Anwohnerin: "Gott ist groß? - Hau ab, Du Blödmann!", schimpft die Frau.

Vier Tote nach Schüssen in Lüttich
tagesschau 20:00 Uhr, 29.05.2018, Markus Preiß, ARD Brüssel

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Eine der Fragen, die sich viele stellen, lautet nun: Handelte der Attentäter aus religiöser Überzeugung oder versuchte er, seiner brutalen Bluttat nur einen religiösen Anstrich zu verleihen? Selbst Belgiens Innenminister, Mitglied einer rechten Partei, warnt vor voreiligen Schlüssen. Die Staatsanwaltschaft jedenfalls hatte den Fall übernommen, weil es schon früh Hinweise auf einen terroristischen Hintergrund gab: Die "Allahu Akhbar"-Rufe des Angreifers gehörten dazu.

Aber das war noch nicht alles: Zu den ersten Hinweisen hatten die Internet-Video-Botschaften des "Islamischen Staats" gehört, in denen dafür geworben wird, Polizisten mit einem Messer zu attackieren und sie ihrer Dienstwaffe zu berauben.

Im Stile des IS

Genau so, bestätigte der Staatsanwalt, war der Attentäter in Lüttich vorgegangen: Er griff die zwei Polizistinnen hinterrücks mit einem Messer an, entriss ihnen die Dienstwaffen und erschoss sie, als sie am Boden lagen. Kurze Zeit später tötete er auch einen unbeteiligten jungen Mann in einem Auto.

Was bislang nicht bekannt war: Der Angreifer drang auch in ein Café ein: "Er hat es aber sofort wieder verlassen, weil er dort, Dank der Wachsamkeit des Barkeepers, niemanden antraf."

Straftäter auf Freigang

Bei dem mutmaßlichen Attentäter handelt es um einen 31-jährigen Belgier, der bereits wegen Raubüberfällen, Gebrauchs von Drogen und wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt verurteilt worden war. Eigentlich saß er im Gefängnis ein, ihm waren jedoch zwei Tage Freigang eingeräumt worden.

Der Staatsanwalt bestätigte auch, dass der mutmaßliche Attentäter Berichten der Sicherheitsbehörden zufolge in Kontakt mit "radikalisierten Personen" gewesen sei. "Diese Informationen stammen aus der Zeit von 2016 und Anfang 2017, haben sich seitdem aber nicht erhärtet", sagte van der Sypt. Belgische Medien hatten zuvor darüber berichtet, dass der Mann möglicherweise in einem Gefängnis radikalisiert worden sein könnte.

Weiterer Mord in der Nacht zuvor

Die Ermittlungen gehen aber in alle Richtungen: So wird auch untersucht, inwieweit der Mann während seines Angriffs unter Drogeneinfluss stand. Zudem bestätigen die Behörden, dass der Belgier wohl auch für einen weiteren Mord in der Nacht zuvor an einem Bekannten verantwortlich sein dürfte - eine Tat, die eher nicht religiös motiviert gewesen zu sein scheint.

Trauer in Lüttich - Angreifer schrie Gott ist groß
Kai Küstner, ARD Brüssel
30.05.2018 17:52 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 30. Mai 2018 um 12:00 Uhr.

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