Zerstörung nach den Gefechten in Bengasi

Libyens Regierung vermutet Putschversuch Dutzende Tote bei Gefechten in Bengasi

Stand: 18.05.2014 12:14 Uhr

Bei heftigen Gefechten in der ostlibyschen Stadt Bengasi sind nach Angaben der Regierung mindestens 79 Menschen getötet und mehr als 140 verletzt worden.

Die Auseinandersetzungen hatten bereits am Freitag begonnen, als der abtrünnige General Chalifa Haftar mit einer Gruppe ehemaliger Rebellen mit Unterstützung von Kampfflugzeugen Unterkünfte der islamistischen Bewegung "Brigade des 17. Februar" beschoss.

Vorwurf des Staatsstreichs

Chalifa Haftar
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Des Staatsstreichs beschuldigt: General Haftar

Die Regierung wirft Haftar einen Putschversuch vor. Er und seine Unterstützer hätten "abseits staatlicher Legitimation" gehandelt, hieß es in einer gemeinsamen Erklärung von Regierung, Parlament und Armee. Wer sich an den Aktivitäten beteilige, werde strafrechtlich verfolgt. Das Militär sperrte den Luftraum über Bengasi. Die Regierung rief die Bevölkerung der Stadt zum Widerstand gegen Haftar auf.

Dessen Gruppe nennt sich selbst "Nationale Armee". Sie gab an, einen "groß angelegten Einsatz" gestartet zu haben, "um Terroristengruppen aus Bengasi zu spülen".

Bengasi - offenbar nicht unter Kontrolle

Die Gemengelage in Bengasi ist unübersichtlich und offenbar jenseits der Kontrolle der Regierung. Die Stadt ist fast täglich Schauplatz von Gewalt. Dort hatte 2011 der Aufstand gegen den langjährigen Machthaber Muammar al-Gaddafi begonnen.

Seither wächst in dem nordafrikanischen Land der Einfluss von islamistischen Gruppierungen. Diese sollen auch Verbindungen zum Terrornetzwerk Al-Kaida haben.

Auch für den Angriff auf das US-Konsulat am 11. September 2012 macht Washington Islamisten verantwortlich. Dabei waren der Botschafter Chris Stevens und drei weitere US-Bürger getötet worden.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 18. Mai 2014 um 16:35 Uhr.

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