Karte: Aserbaidschan, Bergkarabach, Armenien

Armenien und Aserbaidschan Schwere Kämpfe in Bergkarabach

Stand: 27.09.2020 09:48 Uhr

Beschuss, Luftangriffe, zerstörte Panzer und Hubschrauber - in der Konfliktregion Bergkarabach ist es zu schweren Gefechten gekommen. Um die südkaukasische Region streiten sich Armenien und Aserbaidschan seit Jahren.

Im südkaukasischen Konfliktgebiet Bergkarabach sind schwere Kämpfe zwischen den verfeindeten Ländern Armenien und Aserbaidschan ausgebrochen. Die Hauptstadt Stepanakert sei beschossen worden, die Menschen sollten sich in Sicherheit bringen, teilten die lokalen Behörden in Bergkarabach mit. Für die Region werde der Kriegszustand gelten. Alle einsatzfähigen Bewohner ab einem Alter von 18 Jahren sollten sich bereit machen, hieß es Agenturen zufolge.

Beide Seiten gaben sich gegenseitig die Schuld für die Gefechte. Aserbaidschans Verteidigungsministerium erklärte, die Armee habe eine "Gegenoffensive" gestartet, "um Armeniens militärische Aktivitäten zu stoppen und die Sicherheit der Bevölkerung zu schützen". Das Ministerium sprach von einem abgeschossenen Hubschrauber.

Armeniens Premierminister Nikol Paschinjan hatte am Morgen in einem Facebookpost seinerseits mitgeteilt, dass aserbaidschanische Streitkräfte eine Offensive in Bergkarabach gestartet hätten. "Die gesamte Verantwortung dafür hat die militär-politische Führung Aserbaidschans", schrieb er. Armenien habe deshalb Hubschrauber und Kampfdrohnen eingesetzt. Das Verteidigungsministerium sprach von zwei abgeschossenen aserbaidschanischen Hubschraubern und mehreren zerstörten Panzern. Nach Angaben beider Seiten wurden bei den Kämpfen auch Zivilisten getötet.

Konflikt seit 1991

Die von Armenien kontrollierte Region Bergkarabach gehört völkerrechtlich zum islamisch geprägten Aserbaidschan. Der Konflikt um die Region entbrannte nach dem Ende der Sowjetunion 1991, in der Bergkarabach den Status einer autonomen Region der UdSSR innehatte. 1992 brach Krieg um das Gebiet aus, in dem in den folgenden zwei Jahren etwa 30.000 Menschen getötet und Hunderttausende Menschen vertrieben wurden. Aserbaidschan hatte damals die Kontrolle über das von christlichen Karabach-Armeniern bewohnte Gebiet verloren. Eine 1994 vereinbarte Waffenruhe wird bis heute immer wieder durchbrochen. Zuletzt flammte der Konflikt 2016 auf.

Das Auswärtige Amt erkennt die Region nicht als "Republik Bergkarabach" an und bezeichnet sie als "von armenischen Streitkräften besetzte Gebieten der Republik Aserbaidschan". Armenien setzt auf Russland als Schutzmacht, die dort Tausende Soldaten und Waffen stationiert hat.

Kämpfe in Bergkarabach
Oliver Soos, RBB
27.09.2020 11:20 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 27. September 2020 um 12:00 Uhr.

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