Gebirgszug im kanadischen Banff National Park | Bildquelle: picture alliance / dpa

Lawinenabgang in Kanada Extremkletterer offenbar tödlich verunglückt

Stand: 19.04.2019 09:03 Uhr

Von den drei bekannten Bergsteigern David Lama, Hansjörg Auer und Jess Roskelley fehlt seit einem Lawinenabgang in Kanada jedes Lebenszeichen. Behörden gehen davon aus, dass sie tödlich verunglückt sind.

Nach einem Lawinenabgang in Kanada werden drei weltweit bekannte Bergsteiger vermisst. Es sei zu vermuten, dass die Österreicher David Lama und Hansjörg Auer sowie der US-Amerikaner Jess Roskelley verschüttet wurden, erklärte ihr Sponsor North Face. Die Behörden gehen davon aus, dass sie ums Leben gekommen sind.

Die drei Extremsportler hätten versucht, die Ostflanke des Gebirges Howse Peak im Banff National Park in der Provinz Alberta zu erklimmen, teilte die Park-Verwaltung mit. Nachdem die Sportler vermisst gemeldet worden waren, untersuchten Rettungskräfte die Gegend von der Luft aus und entdeckten dabei Anzeichen für mehrere Lawinenabgänge. Im Geröll wurde demnach zudem Bergsteiger-Ausrüstung gesichtet. Wegen der anhaltenden Lawinengefahr in dem Gebiet sind derzeit keine weiteren Rettungs- oder Bergungsarbeiten möglich.

Vater geht von Tod Johns Roskelleys aus

Jess Rosskelley | Bildquelle: AP
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Jess Roskelley im Jahr 2003, als er im Alter von 20 Jahren den Mount Everest bestieg.

John Roskelley, Vater des vermissten Jess Roskelley und früher selbst ein weltweit bekannter Kletterer, sagte der Zeitung "The Spokesman-Review", dass er vom Tod seines Sohnes ausgehe. "Die Route, die er gehen wollte, wurde zum ersten Mal im Jahr 2000 bewältigt", sagte er. "Es ist eine dieser Routen, bei der die Bedingungen perfekt sein müssen, sonst wird es zum Albtraum. Genau das ist passiert."

Der 36-jährige Jess Rosskelley wurde unter anderem dadurch bekannt, dass er im Jahr 2003 als damals jüngster Amerikaner im Alter von 20 Jahren den höchsten Berg der Welt erklomm: den Mount Everest. Der 28-jährige Lama sorgte in den vergangenen Jahren immer wieder durch schwierige Erstbegehungen für Aufsehen. Unter anderem gelang ihm 2012 gemeinsam mit Peter Ortner die erste freie Begehung der sogenannten Kompressor-Route am Cerro Torre in Patagonien. Auer gelangen in den vergangen Jahren immer wieder spektakuläre Free-Solo-Begehungen, also das Durchklettern schwieriger Routen ohne Partner und ohne Seilsicherung.

Über dieses Thema berichtete B5 aktuell am 22. April 2019 um 06:15 Uhr.

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