Karte: Irak, Bagdad

Irak Drei Tote bei Beschuss von US-Basis

Stand: 12.03.2020 03:58 Uhr

Bei einem Angriff auf eine US-Basis im Irak sind drei Menschen getötet worden. Aktivisten zufolge starben wenig später 18 Kämpfer irakischer Milizen bei einem Luftangriff. Die Hintergründe sind noch unklar.

In einer neuen Eskalation der Lage im Irak sind bei einem Raketenangriff auf eine US-Militärbasis drei Menschen getötet worden. Bei den Todesopfern am Stützpunkt Tadschi nahe der Hauptstadt Bagdad handele es sich um einen US-Soldaten, einen britischen Soldaten sowie einen US-Bürger, der für eine private Partnerfirma der US-Armee gearbeitet habe, teilte ein US-Regierungsmitarbeiter mit. Es war der blutigste Angriff auf eine US-Basis im Irak seit Jahren.

Der Stützpunkt wurde nach Angaben der US-geführten internationalen Militärkoalition von 18 Raketen getroffen. Neben den drei Toten habe es zwölf Verletzte gegeben. Für den Angriff übernahm zunächst niemand die Verantwortung. Die USA haben in der Vergangenheit allerdings immer wieder pro-iranische Milizen für solche Raketenangriffe verantwortlich gemacht.

US-Außenminister Mike Pompeo verurteilte den Anschlag. "Die für die Angriffe Verantwortlichen müssen zur Rechenschaft gezogen werden", schrieb er auf Twitter. Darin sei er sich mit dem britischen Außenminister Dominic Raab einig. Er habe mit diesem telefoniert, hieß es in einer Erklärung.

Weiterer Angriff tötet 18 irakische Kämpfer

Wenige Stunden nach dem Angriff attackierten nach Angaben von Aktivisten drei Kampfflugzeuge, die mutmaßlich zur Militärkoalition gehören, Stellungen der irakischen Hasched-al-Schaabi-Milizen im syrischen Grenzgebiet zum Irak. Dabei seien mindestens 18 irakische Kämpfer getötet worden, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit. Teile der Hasched-Milizen sind mit dem Iran verbündet. 

Angaben der USA oder der Militärkoalition zu den mutmaßlichen Luftangriffen auf die Hasched-Milizen lagen zunächst nicht vor. Dabei könnte es sich möglicherweise um Vergeltung für den Beschuss der Tadschi-Basis gehandelt haben. Die Angaben der Beobachtungsstelle sind allerdings von unabhängiger Seite oft kaum nachprüfbar. Die Organisation hat ihren Sitz in Großbritannien und stützt sich auf ein Netzwerk von Informanten vor Ort. 

Lage im Irak verschärft sich zunehmend

Die Lage im Irak hatte sich zum Jahreswechsel dramatisch verschärft. Als Vergeltung für Raketenbeschuss mit einem toten US-Bürger flogen die USA damals Luftangriffe auf pro-iranische Milizen und töteten mindestens 25 Kämpfer. Anfang Januar tötete das US-Militär dann bei einem gezielten US-Drohnenangriff nahe Bagdad den einflussreichen iranischen General Kassem Soleimani sowie den irakischen Milizen-Anführer Abu Mehdi al-Muhandis. 

Die gezielte Tötung von Soleimani und al-Muhandis belastet seither auch das Verhältnis zwischen den USA und dem Irak. Das irakische Parlament forderte kurz nach der Drohnenattacke den Abzug aller US-Truppen sowie anderer ausländischer Streitkräfte aus dem Land. Das Votum wurde jedoch bis heute von der Regierung in Bagdad nicht umgesetzt. Etwa 5200 US-Soldaten sind derzeit im Irak stationiert. 

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 12. März 2020 um 07:00 Uhr.

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