Der Schriftzug "Landgericht, Staatsanwaltschaft, Amtsgericht" vor dem Justizgebäude in Traunstein | Bildquelle: picture alliance / Armin Weigel/

Mehrere Festnahmen Millionenbetrug mit Masken aufgeklärt

Stand: 24.09.2020 15:55 Uhr

Ein Geschäftsmann aus Traunstein hatte im Auftrag deutscher Behörden Masken für 15 Millionen Euro bestellt, bezahlt - und nie erhalten. Ermittlungen in mehreren Ländern führten zu Festnahmen. Zwei Täter sind bereits verurteilt.

Nach einem internationalen Millionenbetrug mit nicht existierenden Masken in der Corona-Krise haben Ermittler in Bayern die Festnahme mehrerer Verdächtiger verkündet.

In Nigeria seien im August die beiden mutmaßlichen Hinterleute gefasst worden, teilte die Staatsanwaltschaft in Traunstein mit. Zwei weitere Männer seien in den Niederlanden im April festgenommen und bereits im Juli zu zwei Jahren Freiheitsstrafe wegen Geldwäsche verurteilt worden.

Auftrag von deutschen Behörden

Die Masken sollten eigentlich nach Nordrhein-Westfalen gehen. Im März hatten deutsche Behörden einen Geschäftsführer aus Traunstein von zwei Vertriebsfirmen mit Sitz in Hamburg und Zürich mit der Besorgung von Masken im Wert von 15 Millionen Euro beauftragt. Mund-Nasen-Schutz war zu Beginn der Pandemie Mangelware.

Der Geschäftsmann sei von seinen angeblichen Geschäftspartnern aufgefordert worden, einen Vorschuss von 1,5 Millionen Euro auf ein irisches Konto zu bezahlen, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Nachdem er das getan habe, habe er 52 Lastwagen in die Niederlande geschickt, um die Masken abzuholen.

Masken wurden nicht geliefert

Dort sei ihm gesagt worden, dass das Geld in Irland angeblich nicht angekommen wäre und dass er weitere 880.000 Euro auf ein niederländisches Konto zahlen müsste. Auch das tat er. Doch die dringend benötigten Masken wurden nicht geliefert. Der Mann erstattete Anzeige.

Die Spezialabteilung gegen transnationale Kriminalität in Traunstein übernahm die Ermittlungen in Deutschland. Mehr als 2,1 Millionen Euro der Anzahlung konnten gesichert werden.

Nordrhein-Westfalen hatte zudem von der Schweizer Firma rund 12,3 Millionen Euro zurückbekommen, wie es in einer früheren Mitteilung der Staatsanwaltschaft hieß. Die Festnahmen zeugten von der guten Zusammenarbeit zwischen so vielen beteiligten Ländern, sagte Oberstaatsanwalt Martin Freudling jetzt.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 24. September 2020 um 15:15 Uhr in den Nachrichten.

Darstellung: