Jen Psaki (Archiv 2015) | Bildquelle: AFP

Kommunikationsteam Biden setzt auf Frauenpower

Stand: 30.11.2020 08:07 Uhr

Joe Biden setzt für sein Kommunikationsteam auf erfahrene Frauen aus der Obama-Ära: So soll Jen Psaki neue Sprecherin des Weißen Hauses werden. Gleichzeitig sorgt eine Verletzung des gewählten US-Präsidenten für Aufregung.

Der gewählte US-Präsident Joe Biden hat die Zusammensetzung seines künftigen Kommunikationsteams bekannt gegeben. Dabei werden die ranghohen Posten im Weißen Haus ausschließlich mit Frauen besetzt. Kate Bedingfield werde Kommunikationsdirektorin, teilte Biden mit. Bedingfield arbeitete schon in Bidens Zeit als Vizepräsident als seine Kommunikationsdirektorin. Bei dieser Rolle geht es um die gesamte Kommunikationsstrategie.

Regierungssprecherin soll demnach Jen Psaki werden, die für die Kampagne des künftigen Präsidenten arbeitete. Sie war auch schon unter Ex-Präsident Barack Obama Kommunikationsdirektorin des Weißen Hauses und Sprecherin des Außenministeriums. Seit der Wahl hatte Psaki für Biden bereits mehrere Briefings mit Journalisten geleitet. Dabei trat sie direkt, klar und professionell auf.

Erstes ausschließlich weibliches Kommunikationsteam

Karine Jean Pierre, bisher Stabschefin der gewählten Vizepräsidentin Kamala Harris, soll Vize-Pressesprecherin werden. Auch Pierre diente schon unter Obama - damals als Regionaldirektorin im Büro für politische Angelegenheiten in der Regierungszentrale. Pili Tobar, eine ranghohe Mitarbeiterin in Bidens Wahlkampfteam, wird den Angaben zufolge stellvertretende Kommunikationsdirektorin des Weißen Hauses.

Auch Top-Posten im Kommunikationsteam der künftigen Vizepräsidentin Harris gehen an Frauen. Es ist das erste Mal, dass die gesamte Spitze dieses Bereichs in der Regierungszentrale weiblich besetzt sein wird. Die Personalpolitik soll das erklärte Ziel einer diversen Belegschaft im Weißen Haus widerspiegeln, das Biden schon im Wahlkampf ausgab. Biden sagte nun, die "qualifizierten und erfahrenen" Kandidatinnen brächten unterschiedliche Herangehensweisen mit und einen gemeinsamen Willen, das Land nach vorne zu bringen. Es wird erwartet, dass mit dem künftigen Kommunikationsteam wieder eine traditionellere Zusammenarbeit mit der Hauptstadtpresse Einzug hält.

Amtseinführung im Stützschuh?

Fast gleichzeitig zu Bidens jüngsten Personalentscheidungen wurde bekannt, dass sich der 78-Jährige beim Spielen mit seinem Schäferhund den rechten Knöchel verstaucht und sich kleine Stressfrakturen im Fuß zugezogen hat. Es sei daher davon auszugehen, dass Biden mehrere Wochen lang einen stiefelartigen orthopädischen Stützschuh tragen müsse, erklärte sein Arzt. Damit scheint es möglich, dass Biden auch noch bei seiner geplanten feierlichen Amtseinführung am 20. Januar den Stützschuh tragen muss.

Der amtierende Präsident Donald Trump weigert sich unterdessen weiter, Bidens Sieg anzuerkennen. Er spricht seit Wochen von "massivem Wahlbetrug", hat dafür aber keine belastbaren Beweise vorgelegt. US-Gerichte haben bereits zahlreiche Klagen abgeschmettert, mit denen er und seine republikanischen Verbündeten das Wahlergebnis anfechten wollten. Nach einer ursprünglichen Weigerung leitete Trumps Regierung vor einer Woche aber die gesetzlich vorgesehene geordnete Amtsübergabe ("transition") ein. An diesem Montag sollten Biden und Harris etwa erstmals das streng vertrauliche Briefing der Geheimdienste bekommen, das normalerweise nur ans Weiße Haus geht. Zudem sagte die Leiterin der Corona-Arbeitsgruppe des Weißen Hauses, Deborah Birx, in einem TV-Interview, sie hoffe, Biden ebenfalls am Montag zu sprechen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 30. November 2020 um 09:00 Uhr.

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