US-Präsident Trump beantwortet Fragen der Presse. | Bildquelle: RON SACHS/POOL/EPA-EFE/REX

Affäre um Ukraine-Telefonat Trump weist Vorwürfe zurück

Stand: 22.09.2019 18:14 Uhr

US-Präsident Trump hat erneut bestritten, vom ukrainischen Präsidenten verlangt zu haben, gegen den Präsidentschaftskandidat Biden vorzugehen. Die Demokraten werfen Trump weiter Amtsmißbrauch vor.

Von Julia Kastein, ARD-Studio Washington

Sein Telefonat mit dem neuen ukrainischen Präsidenten sei "perfekt" gewesen sei, erklärte US-Präsident Trump gleich mehrfach vor der Abreise zu einer Wahlkampfveranstaltung in Texas.

Zwar sei es in dem Gespräch mit Wolodymyr Selenskyi Ende Juli tatsächlich auch um das Thema Korruption gegangen - und auch darum, so Trump, dass Leute wie der ehemalige Vizepräsident Joe Biden und sein Sohn das Problem verschlimmern würden. Aber der Präsident erklärte, dass es wörtlich "keinerlei Quid pro Quo" gegeben habe, also kein Versprechen von Gegenleistungen.

Demokraten sehen massives Fehlverhalten

US-Präsidentschaftskandidat Joe Biden bei einer Wahlkampfveranstaltung. | Bildquelle: REUTERS
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Laut dem Whistleblower soll Trump Ermittlungen gegen den Präsidentschaftskandidat Biden gefordert haben.

Die Demokraten werfen Trump dagegen vor, die neue ukrainische Regierung aus Wahlkampfgründen massiv unter Druck gesetzt zu haben. Trump soll von Kiew Ermittlungen gegen Biden und seinen Sohn wegen Korruption gefordert haben. Zeuge dafür wiederum soll ein Whistleblower aus dem US-Geheimdienst sein, der das Telefonat mithörte und sich anschließend an seine Vorgesetzten wandte. Demnach hatte Trump während des Gesprächs bestimmte Gegenleistungen versprochen haben. Welche genau, ist unklar.

Trump beschuldigt Biden

Trump warf Biden erneut vor, als Vizepräsident 2015 seinerseits Druck auf die Regierung in Kiew ausgeübt zu haben. Dabei soll es um die Absetzung eines Staatsanwaltes gegangen sein, der zuvor gegen eine Energiefirma ermittelt hatte, für die Bidens Sohn arbeitete. Allerdings waren die Ermittlungen eingestellt worden, lange bevor Biden die Absetzung des Staatsanwaltes wegen Korruptionsvorwürfen gefordert hatte.

Biden hatte Trump am Samstag bereits aufgefordert, umgehend die Mitschrift des Telefonats zu veröffentlichen. Trump verstoße gegen jede Verhaltensnorm für einen US-Präsidenten. Die Demokraten wollen den Fall nun im Kongress untersuchen. 

Trump weist Vorwürfe in Ukraine-Affäre erneut zurück
Julia Kastein, ARD Washington
22.09.2019 17:51 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 21. September 2019 um 12:38 Uhr.

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