Der US-Medienunternehmer Michael Bloomberg (Archivbild) | Bildquelle: dpa

US-Vorwahlkampf Häftlinge mussten für Bloomberg werben

Stand: 25.12.2019 09:45 Uhr

Für die Präsidentschaftskampagne von US-Milliardär Bloomberg sind Gefängnisinsassen für Werbeanrufe eingesetzt worden. Die Zusammenarbeit mit der Callcenter-Firma sei inzwischen beendet, sagte Bloomberg.

"Wir unterstützen diese Praxis nicht": Milliardär und Präsidentschaftsbewerber Michael Bloomberg bemüht sich um Schadensbegrenzung. Die Investigativ-Website "The Intercept" hatte berichtet, dass Bloombergs Wahlkampfteam eine Firma engagiert hatte, die unter anderem Call-Center in staatlichen Gefängnissen betreibt. Die Insassen wurden demnach für seine Kampagne eingespannt.

Zusammenarbeit mit Call-Center-Firma beendet

"Milliardär nutzt Gefängnis-Insassen als Arbeitskräfte für dessen Präsidentschaftskampage" - das sind keine guten Schlagzeilen. Bloomberg erklärte denn auch umgehend, der Bericht sei "von Grund auf richtig" - und dass die Zusammenarbeit mit der Call-Center-Firma bereits eingestellt worden sei. "Wir unterstützen diese Praxis nicht." In der Erklärung Bloombergs hieß es weiter, die Kampagne habe erst durch die Anfrage eines Journalisten davon erfahren.

Anruferinnen sitzen im Gefängnis in Oklahoma

Dem "Intercept"-Bericht zufolge beauftragte das Wahlkampfteam des früheren New Yorker Bürgermeisters die Callcenter-Firma ProCom mit Sitz in New Jersey über einen Dienstleister. ProCom betreibt demnach mehrere Callcenter in New Jersey in Oklahoma. Die Frauen, die als Anruferinnen für Bloombergs Wahlkampagne eingesetzt wurden, sind demnach in einem Gefängnis mit geringer Sicherheitsstufe in Oklahoma inhaftiert. 

Der New Yorker Ex-Bürgermeister, dessen Vermögen laut" Forbes" mehr als 54 Milliarden Dollar  (48 Milliarden Euro) beträgt, hatte seine Bewerbung für die demokratische Präsidentschaftskandidatur im November bekanntgegeben. Laut Umfragen liegt im Rennen der demokratischen Partei nach wie vor der frühere Vizepräsident Joe Biden vorn, gefolgt von den Senatoren Bernie Sanders und Elizabeth Warren. Der Sieger der demokratischen Vorwahlen wird im November 2020 US-Präsident Donald Trump herausfordern.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 25. Dezember 2019 um 10:00 Uhr.

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