Ein Arbeiter steht neben einer Boeing 737 Max 8 | Bildquelle: AP

Nach Absturz US-Flugaufsicht stärkt Boeing den Rücken

Stand: 12.03.2019 04:30 Uhr

Nach dem Flugzeugabsturz in Äthiopien hält die US-Flugaufsicht die Maschinen vom Typ Boeing 737 Max 8 trotz weltweiter Sicherheitsbedenken weiter für flugtauglich. Der Hersteller bemüht sich um Schadensbegrenzung.

Die amerikanische Luftfahrtaufsichtsbehörde FAA hält den Flugzeugtyp Boeing 737 Max 8 ungeachtet des Absturzes zweier Maschinen weiter für flugtauglich. Gleichzeitig fordert sie den Flugzeugbauer zu Änderungen an Maschinen dieses Typs auf. Nötig seien unter anderem Änderungen an der Software und am Kontrollsystem MCAS. Dafür setzte die FAA dem Unternehmen eine Frist bis Ende April.

Boeing erklärte in einer Mitteilung in der Nacht, man werde in den kommenden Wochen ein Software-Update durchführen, stellte dieses aber nicht in den Zusammenhang mit dem Absturz einer Boeing 737 Max 8 in Äthiopien am Sonntag, bei dem 157 Menschen ums Leben gekommen waren.

Michael Immel, HR, zum Flugzeugabsturz in Äthiopien
tagesschau24 15:00 Uhr, 11.03.2019

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"Meist Verkettung von Fehlern"

ARD-Verkehrsexperte Michael Immel warnte vor voreiligen Schlüssen. Die Untersuchung zu dem Absturz in Indonesien sei noch nicht abgeschlossen. Die Frage, ob es ein Kontrollproblem gegeben habe, müsse nun erörtert werden. Es gebe meist nicht immer nur den einen Fehler. Meist sei es ein Verkettung von Fehlern, "und die führen dann in der Summe zu einem Unglück".

Startverbote in mehreren Ländern

Anders als die US-Behörde gingen Luftfahrtwächter in einer Reihe anderer Länder einen Schritt weiter. In China etwa hatte die Luftfahrtaufsicht CAAC am Montag die heimischen Fluggesellschaften aufgefordert, ihre knapp 100 Maschinen des Boeing-Typs 737 Max 8 vorerst nicht mehr einzusetzen. Auch in Brasilien und Mexiko wurde diese Entscheidung getroffen. Singapur verbannte den Flieger vorübergehend aus seinem Luftraum.

Auch in Äthiopien und Indonesien erteilten Behörden ein Startverbot für den Flugzeugtyp, der erst seit 2017 ausgeliefert wird. Zwei dieser Maschinen waren in den beiden Ländern kurz nach dem Abheben abgestürzt - zwischen beiden Unglücken lagen nur etwa sechs Monate.

Tuifly hält an Betrieb fest

Gestützt auf Empfehlungen der US-Luftfahrtbehörde FAA lässt der Tui-Konzern aus Hannover seine 15 Flugzeuge vom Typ Boeing 373 Max 8 weiter fliegen. "Das Flugzeug ist ja von den amerikanischen Behörden als vollkommen sicher und zuverlässig eingestuft worden - das ist wie der Stempel vom TÜV", sagte Tuifly-Sprecher Aage Dünhaupt. Es gebe aber bereits Anfragen besorgter Passagiere, die Flüge mit diesem Flugzeugtyp vermeiden wollten.

Zur Flotte des weltgrößten Reisekonzerns Tui gehören 15 Jets dieses Typs, die in Großbritannien und den Benelux-Staaten auf Strecken zu den Kanaren oder den Kapverden im Einsatz sind. In Deutschland steht die Einführung der jüngsten Version des Boeing-Verkaufsschlagers im April an. Bei bisher 6500 Flügen hätten die Tui-Piloten bisher keine Probleme gehabt, sagte der Sprecher. Der Konzern nehme die Ängste der Passagiere aber ernst. Sie könnten Flüge mit Maschinen des Typs umbuchen, wenn es Alternativen gebe. Das sei aber nicht kostenfrei.

Boeing: 737 Max 8 ist sicher

Boeing teilte mit, man werde die Untersuchungen der Absturzursachen unterstützen. Nach Angaben des Konzerns wurden über 370 Maschinen dieses Typs an 47 Kunden ausgeliefert. Mehr als 5000 weitere sollen bestellt sein.

Angesichts des zunehmenden Drucks auf Boeing nannte Firmenchef Dennis Muilenberg das Unglück vom Sonntag in einer Email an die Mitarbeiter der Fluggesellschaft "besonders herausfordernd," weil es so kurz nach dem Absturz von Indonesien passiert sei. Gleichzeitig sei sein Unternehmen weiter von der Sicherheit des Flugzeugtyps "überzeugt". Seit ihrer Zertifizierung und Inbetriebnahme hätten Flugzeuge der Max-Familie hunderttausende Flüge sicher absolviert.

Meistverkauftes Verkehrsflugzeug weltweit

Die Boeing 737 ist das meistverkaufte Verkehrsflugzeug weltweit, die 737 Max ist das neueste Modell. Nach dem Erstflug im Januar 2016 hatte der US-Flugzeugbauer vor zwei Jahren die ersten Maschinen der Version Max 8 mit besonders spritsparenden Motoren ausgeliefert. Daneben gibt es noch die Versionen Max 7, 9 und 10, die allerdings deutlich weniger beliebt sind.

US-Behörden setzen Boeing unter Druck

Die US-Verkehrsministerin Elaine Chao kündigte an, die FAA werde sofort Maßnahmen einleiten, sollten bei den anstehenden Untersuchungen Sicherheitsrisiken entdeckt werden. Man nehme "diese Zwischenfälle, diese Unfälle" sehr ernst. Experten werten nun den Flugschreiber der am Sonntag in Äthiopien abgestürzten Maschine aus. Auch die Untersuchungen zum Unglück in Indonesien laufen noch.

Der Aktienkurs des Boeing-Konzerns war am Montag um rund fünf Prozent abgerutscht.

Nach zweitem Flugzeugabsturz: Boeing gerät mit Flugzeugtyp 737 Max 8 unter Druck
tagesthemen 22:15 Uhr, 11.03.2019, Jakob Schaumann, HR

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 12. März 2019 um 04:00 Uhr.

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