Screenshot aus dem Boko-Haram-Video (Archiv) | Bildquelle: REUTERS

Entführungsopfer in Nigeria Erste Boko-Haram-Geisel aus Chibok gefunden

Stand: 18.05.2016 15:56 Uhr

In Nigeria soll eine der Schülerinnen gefunden worden sein, die vor zwei Jahren in Chibok von der Terrororganisation Boko Haram verschleppt wurden. Das Mädchen wurde in einem Wald nahe der Grenze zu Kamerun entdeckt.

In Nigeria ist erstmals eines der vor mehr als zwei Jahren entführten Mädchen aus Chibok wiedergefunden worden. Die mittlerweile 19-Jährige sei nahe der Grenze zu Kamerun in der Region des Sambisa-Waldes aufgegriffen worden, wie ein Sprecher der örtlichen Sicherheitskräfte bestätigte. Der Nachrichtensender BBC hatte zuerst über die Entdeckung berichtet. Ihr soll die Flucht aus der Waldregion gelungen sein, einem wichtigen Rückzugsgebiet der Terroristen von Boko Haram.

Ein Onkel des Mädchens sagte der Nachrichtenagentur AP, die junge Frau sei traumatisiert und schwanger. Die BBC berichtete jedoch, das Mädchen sei gemeinsam mit einem Kind entdeckt worden. Soldaten hätten sie gefunden und nach Chibok zu ihrer Mutter gebracht, wo sie identifiziert worden sei. Inzwischen befinde sich die 19-Jährige für Vernehmungen in einem Militärlager in der Stadt Damboa.

Weitere Personen gefunden

Bei der Militäraktion im Sambisa-Wald im Nordosten des Landes seien noch weitere Personen gefunden worden, sagte der Chef der Gemeinde Chibok. Sie müssten noch identifiziert werden.

Die islamistische Terrorgruppe Boko Haram hatte im April 2014 276 überwiegend christliche Schülerinnen aus dem Ort Chibok im Bundesstaat Borno entführt. Dutzende Mädchen gelang unmittelbar danach die Flucht, 219 blieben jedoch verschollen. Im vergangenen Monat war ein Video aufgetaucht, das angeblich 15 der entführten Mädchen lebend zeigte.

Boko Haram lehnt westliche Bildung ab und hat Tausende weitere Kinder und junge Frauen entführt und etwa 20.000 Menschen getötet. Das Militär hat mittlerweile Tausende Boko-Haram-Geiseln befreit. Chibok-Mädchen waren bisher aber nicht darunter.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 18. Mai 2016 um 20:00 Uhr.

Darstellung: