Einsatzkräfte kämpfen gegen die Flammen im Wald von Chiquitania in Santa Rosa de Tucabaca. | Bildquelle: AP

Waldbrände in Bolivien Es brennt nicht nur in Brasilien

Stand: 29.08.2019 05:28 Uhr

Nicht nur in Brasilien, sondern auch in den Nachbarländern lodern wesentlich mehr Brände auf als in anderen Jahren. In Bolivien wird ebenfalls Brandrodung als Ursache der Feuer vermutet.

Von Ivo Marusczyk, ARD-Studio Buenos Aires

Mit Feuerpatschen und kleinen Wassertanks auf dem Rücken versuchen sie zu retten, was noch zu retten ist. Doch immer wieder lodern Glutnester auf, züngeln Flammen durch Gras- und Buschland. Verkohlte Baumstämme ragen anklagend in den Himmel. Die Freiwilligen, die im Nationalpark Otuquis in Bolivien beim Löschen helfen sollen, sind entsetzt.

"Das ist eine echte Katastrophe", sagt einer der Helfer. "Vor ein paar Tagen, vor den Bränden, war das alles noch lebendige Natur, mit Tieren, Flora und Fauna. Und jetzt sehen wir alles verwüstet, das macht mich sehr traurig."

Er habe lauter tote Tiere gesehen. Das mache mir eine große Angst. "Ich bin hier ein anderer Mensch geworden."

Inferno im Regenwald
Weltspiegel, 29.08.2019, Xenia Böttcher, ARD Mexiko, Matthias Ebert, ARD Rio de Janeiro

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Einzigartige Naturlandschaften in Flammen

Nicht nur in Brasilien, sondern auch in den Nachbarländern lodern in dieser Trockenzeit wesentlich mehr Brände auf als in anderen Jahren. Auch hier werden wertvolle, teils einzigartige Naturlandschaften ein Raub der Flammen. Der Nationalpark Otuquis gehört zum Pantanal, dem größten Binnenland-Feuchtgebiet der Welt. Alvaro Castillo, der die Löscharbeiten koordiniert sagt:

"Hier ist alles verbrannt, es gibt keinerlei Vegetation mehr. Nur am Fuß der Bäume ist noch ein bisschen Grün. Der Rest ist komplett verbrannt. Tiere sind verendet, die Pflanzen sind verbrannt, viele Bäume sind völlig verkohlt."

Spiel mit dem Feuer

Doch wie in Brasilien sind die Brände in diesem Jahr nicht Teil des natürlichen Zyklus - hier hatte der Mensch die Hand im Spiel, davon ist der Feuerwehrmann überzeugt.

"Nein das ist kein Naturereignis. Ich lösche schon lange Buschbrände. Hier in Bolivien gibt es die schlechte Angewohnheit, Brandrodungen zu erlauben, aber die Feuer geraten fast immer außer Kontrolle und richten eine Katastrophe an."

Morales in der Kritik

Die Kritik richtet sich jetzt an Präsident Evo Morales. Den verbindet nur wenig mit seinem Pendant Jair Bolsonaro in Brasilien. Bolsonaro ist ein Rechtsaußen, der der Agrarindustrie alle Steine aus dem Weg räumt, Morales ein Linkspopulist, der an seinem Stuhl klebt. Doch indirekt räumt Morales selbst ein, dass eine verfehlte Politik an der Zunahme der Brände mit schuld ist.

Er habe eine "ökologische Pause" für die betroffenen Orte in der Chiquitanía verhängt. Das heißt, in der Savannenregion im Osten Boliviens sind vorerst keine Landgeschäfte mehr erlaubt. Die Brände im Pantanal, in den Savannen und Regenwaldgebieten von Bolivien dürften aber erst abklingen, wenn die Regenzeit einsetzt. 

Zu den Bränden in Südamerika sendet das Erste heute einen Weltspiegel extra um 22:15 Uhr. Die ARD-Korrespondenten Matthias Ebert und Xenia Böttcher sind unterwegs in den Katastrophenregionen Brasiliens und Boliviens.

Wald- und Buschbrände zerstören Savannen und Wälder
Ivo Marusczyk, ARD Buenos Aires
29.08.2019 06:37 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 28. August 2019 um 12:00 Uhr.

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