Polizisten vor dem Verteilzentrum der Post in Opa-Locka | Bildquelle: AP

Verdächtige Pakete Ermittler verfolgen Florida-Spur

Stand: 26.10.2018 07:25 Uhr

Die Ermittler konzentrieren sich nach dem Fund mehrerer verdächtiger Pakete auf ein Paketzentrum in Florida. Die Debatte über die Vorfälle zeigt, wie zerrissen die US-Gesellschaft ist.

Von Sebastian Schreiber, ARD-Studio Washington

Debbie Wasserman Schultz sitzt für die Demokraten im US-Kongress. Fünf Jahre lang war sie Chefin der Partei - bis zum Jahr 2016. Nun ist sie zurück im Rampenlicht: Denn auf den zuletzt in den USA verschickten verdächtigen Päckchen stehen ihr Name und die Adresse ihres Wahlbüros in Florida als Absender.

Warum der oder die Täter gerade Wasserman Schultz auswählten, ist nicht bekannt. Die Demokratin äußerte sich aber erstmals zu den verdächtigen Paketen, die in ihrem Namen verschickt wurden: "Wir werden uns niemals einschüchtern lassen - den Leuten, die hassen, niemals unterwerfen. Niemals."

Polizisten stehen vor dem Haus der Obamas | Bildquelle: AP
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Polizisten sicherten das Haus der Obamas ...

New Yorker Polizisten stehen in der Wohngegend des Schauspielers de Niro in New York. | Bildquelle: dpa
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... und die Wohngegend des Schauspielers Robert de Niro.

Zehn verdächtige Pakete

Woher die Päckchen wirklich kommen, ist weiter unklar. US-Medien berichten, sie seien von einem Verteilzentrum in dem Ort Opa-locka in Florida verschickt worden. Bestätigt ist das bislang nicht. Die US-Bundespolizei FBI teilte mit, es gebe insgesamt zehn verdächtige Pakete, die an acht verschiedene Personen adressiert waren. Laut der Nachrichtenagentur Reuters sollen die Baupläne aus dem Internet stammen.

Es sind allesamt Kritiker von US-Präsident Trump - darunter die Demokraten Barack Obama und Hillary Clinton sowie der Schauspieler Robert de Niro. Das FBI bestätigte, dass es sich bei den Päckchen offensichtlich um Rohrbomben handle. Unklar ist aber, ob darunter möglicherweise auch Attrappen sind.

"Wir müssen das ernst nehmen"

Oliver O’Neill von der Polizei in New York sagt: "Wir behandeln diese Vorrichtungen als scharf. Wir müssen das absolut ernst nehmen. Wir behandeln die Objekte nicht wie Attrappen."

Demokraten werfen Präsident Trump vor, mit seiner aggressiven Rhetorik das Klima in den USA zu vergiften, und damit eine Tat wie diese befeuert zu haben. Die Sprecherin des US-Präsidenten, Sarah Sanders, wies das entschieden zurück: Die Idee, dass der Präsident Schuld an dem Vorfall sei, halte sie für lächerlich.

Christiane Meier, ARD New York, zu neuen Erkenntnissen nach Fund von Rohrbomben
Nachtmagazin 00:15 Uhr, 26.10.2018

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Kritik am Präsidenten

Auch aus dem Lager der Republikaner wurde erneut Kritik an der Linie des Präsidenten laut. Der republikanische Gouverneur des Staates Ohio, John Kasich sagte CNN, der Präsident trage eine große Verantwortung: "Wir erwarten mehr von ihm", sagte er. "Wir müssen jetzt eine Einheit sein." Er habe den Präsidenten für seine Worte gelobt, als er sagte, man müsse jetzt zusammenstehen. "Aber dann ist er wieder umgeschwenkt und hat die Presse attackiert." Die Medien als Feinde des Volkes zu bezeichnen sei nicht angebracht. Trump hatte bei Twitter geschrieben, ein großer Teil der Wut, sei durch absichtlich falsche Berichterstattung verursacht worden.

Weniger als zwei Wochen vor den Kongresswahlen erleben die USA einen Angriff auf ihre innere Sicherheit, der die tiefen Gräben der Gesellschaft deutlich sichtbar macht.

Rohrbomben in den USA: Ermittlungen und Debatte gehen weiter
Sebastian Schreiber, ARD Washington
26.10.2018 07:36 Uhr

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Über dieses Thema berichteten das Nachtmagazin am 25. Oktober 2018 um 00:18 Uhr und Deutschlandfunk am 26. Oktober 2018 um 07:28 Uhr.

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