Kongolesischer Rebellenführer stellt sich in Ruanda Der "Terminator" flüchtet in US-Botschaft

Stand: 18.03.2013 20:21 Uhr

Der mit internationalem Haftbefehl gesuchte mutmaßliche Kriegsverbrecher und Rebellenführer Bosco Ntaganda aus dem Kongo hat in der US-Botschaft in Kigali in Ruanda Zuflucht gesucht. Das teilte die ruandische Außenministerin Louise Mushikiwabo mit.

Bosco Ntaganda
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Will sich der internationalen Justiz stellen: Bosco Ntaganda.

Das US-Außenministerium in Washington erklärte, dass Ntaganda an den Internationalen Strafgerichtshof überstellt werden wolle. "Wir arbeiten derzeit mit einigen Regierungen daran, darunter der ruandischen Regierung, um seine Bitte zu ermöglichen", sagte Außenamtssprecherin Victoria Nuland.

Der desertierte kongolesische General Ntaganda wird vom Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag unter anderem wegen Massenvergewaltigungen und des Einsatzes von Kindersoldaten gesucht. Er selbst nennt sich "Terminator" und gilt als Mitbegründer der Rebellenorganisation M23.

600 Rebellen nach Ruanda geflüchtet

Erst vor kurzem waren etwa 600 Mitglieder von M23 angesichts heftiger interner Kämpfe im Osten der Demokratischen Republik Kongo ins benachbarte Ruanda geflohen. Unter den geflohenen Rebellen befinde sich auch der kürzlich entmachtete M23-Präsident Jean-Marie Runiga, teilte Mushikiwabo mit.

In der M23-Miliz sind ehemalige kongolesische Tutsi-Rebellen zusammengeschlossen, die infolge eines Friedensabkommens in die Armee eingegliedert worden waren. Aus Protest gegen ihre schlechten Lebensbedingungen verließen sie das Militär jedoch wieder und erhoben die Waffen gegen die Regierung.

Ende 2012 hatte die Gruppe zwischenzeitlich die Stadt Goma im Osten Kongos erobert, sich später aber wieder zurückgezogen. Die kongolesische Regierung wirft Ruanda vor, die Rebellen zu unterstützen.

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