Porträt-Zeichnung von Dschochar Zarnajew vom Dezember 2014

Boston-Attentäter Trump kritisiert Aufhebung des Todesurteils

Stand: 03.08.2020 03:26 Uhr

Ein Berufungsgericht hatte am Freitag die Todesstrafe gegen den Boston-Attentäter aufgehoben - US-Präsident Trump will das nicht hinnehmen. Die Staatsanwaltschaft müsse diese erneut fordern.

US-Präsident Donald Trump hat sich gegen die von einem Berufungsgericht verfügte Aufhebung des Todesurteils gegen den Attentäter vom Bostoner Marathonlauf gewandt. Dschochar Zarnajew müsse erneut zum Tode verurteilt werden, forderte Trump auf Twitter.

"Kaum jemand hat mehr die Todesstrafe verdient, als der Boston-Bomber." Bei der Neuauflage des Prozesses müsse die Staatsanwaltschaft erneut die Todesstrafe fordern, schrieb Trump. "Unser Land kann nicht zulassen, dass die Entscheidung des Berufungsgerichts Bestand hat."

Urteil soll überprüft werden

Ein Bundesberufungsgericht hatte am Freitag das Todesurteil gegen Zarnajew aufgehoben. Es verwies den Fall an ein untergeordnetes Gericht zurück, um über ein neues Strafmaß zu entscheiden. Das Berufungsgericht hob allerdings nur den Teil des Urteils auf, der sich mit den Anklagepunkten der Todesstrafe befasst.

Selbst wenn die Aufhebung des Todesurteils nach erneuter Prüfung bestätigt werden sollte, würde Zarnajew zumindest zu lebenslanger Haft verurteilt werden, betonte das Berufungsgericht. 

2015 zum Tode verurteilt

Der heute 27-jährige Zarnajew war Mitte Mai 2015 zum Tode verurteilt worden. Die Geschworenen befanden ihn für schuldig, gemeinsam mit seinem später getöteten Bruder Tamerlan im Zielbereich des Boston-Marathons im April 2013 zwei selbstgebaute Sprengsätze zur Explosion gebracht zu haben. Drei Menschen wurden bei dem schwersten Terroranschlag in den USA seit dem 11. September 2001 getötet, 264 wurden verletzt.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 03. August 2020 um 06:00 Uhr in den Nachrichten.

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