Große Bereiche des Regenwaldes nahe Porto Velho, Brasilien, brennen. | Bildquelle: JOEDSON ALVES/EPA-EFE/REX

Waldbrände in Südamerika "Von allen Seiten umzingelt von Feuern"

Stand: 25.08.2019 09:13 Uhr

44.000 Soldaten kämpfen gegen die massiven Amazonas-Waldbrände - auch mit Löschflugzeugen. Doch nicht nur in Brasilien brennt es - ganz Südamerika meldet ungewöhnlich viele Feuer.

Von Anne Herrberg, ARD-Studio Buenos Aires

Grell schlagen die Flammen in den Nachthimmel von Mato Grosso. Die Feuerwehrbrigade zieht noch vor Sonnenaufgang los. Ihr mutiger Einsatz gegen die Brände in diesem Nationalpark gleicht dennoch einem Kampf von David gegen Goliath. 1400 Einsatzkräfte kämpfen in Mato Grosso, einem Bundesstaat fast anderthalb Mal so groß wie Frankreich, erklärte Feuerwehrmajor Antonio Marco Guimaraes gegenüber der ARD

"Wir registrieren aktuell 14.000 Brände in Mato Grosso. Das sind doppelt so viele wie im Vorjahr. Das hat uns leider völlig überrascht. Dazu trifft uns das trockene Klima in diesem Jahr besonders stark."

Militär hilft bei den Löscharbeiten
tagesschau24 09:00 Uhr, 25.08.2019, Matthias Ebert, ARD Rio de Janeiro

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

44.000 Soldaten stehen bereit

Am Samstag haben Brasiliens Streitkräfte damit begonnen, die Löscharbeiten zu unterstützen. 44.000 Soldaten stehen für den Einsatz bereit. Präsident Bolsonaro hatte ihn am Freitag per Dekret erlaubt. Er sagte bei einer Fernsehansprache:

"Meine Regierung zeigt Null-Toleranz auch gegenüber Umweltverbrechern, deswegen bieten wir jetzt allen Amazonas-Staaten unsere volle Unterstützung an."

Damit reagierte er auch auf den zunehmenden internationalen Druck. Am Samstag dann wieder ein anderer Ton - abgefangen am Ausgang des Präsidentenpalastes. Bolsonaro erklärte:

"Im Schnitt haben wir weniger Brände als in den letzten Jahren, die Situation normalisiert sich. Und es ist nicht so, dass der Urwald verbrennt, wie die Leute sagen, es brennt in den Zonen, in denen legal abgeholzt wird."

Starke Zunahme illegaler Abholzung

Damit widerspricht er erneut offiziellen Daten der staatlichen Weltraumbehörde Inpe, die anhand von Satellitenbildern seit Jahresbeginn rund 78.000 Brände in Brasilien registrierte, 84 Prozent mehr als im Vorjahr. Und allein in dieser Woche gab es 68 Meldungen aus indigenen Territorien und nationalen Schutzgebieten. Gerade auch dort habe die illegale Abholzung massiv zugenommen, sagen indigene Gemeinschaften und Umweltschützer. 

Der fast aussichtslose Kampf gegen die Feuer
Anne Herrberger ARD Buenos Aires
25.08.2019 09:18 Uhr

Download der Audiodatei

Wir bieten dieses Audio in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Audiodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Der Feuerwehr fehlt das Geld

Der Feuerwehr fehlen die Mittel - umso mehr seit Zuschüsse aus dem sogenannten Amazonas-Fonds wegfallen. Finanziert wird er von Norwegen und Deutschland, doch die Regierung Bolsonaro blockiert seit Amtsantritt alle Projekte des Fonds - Norwegen legte die Mittel vorerst auf Eis. Dazu sagt Feuerwehrmajor Guimaraes:

"Der Amazonas-Fonds finanziert entscheidend unseren Fuhrpark und das Material, mit dem wir Brände bekämpfen. Unglücklicherweise gibt es jetzt diese Kürzungen, die wir für falsch halten."

Verbranntes Land in Bolivien | Bildquelle: dpa
galerie

Verbranntes Land in Bolivien: Auch hier wüten Waldbrände.

Ungewöhnlich viele Brandherde in ganz Südamerika

Derweil brennt der Wald nicht nur am Amazonas und nicht nur in Brasilien. Ganz Südamerika meldet selbst für die Trockenzeit ungewöhnlich viele Brandherde - besonders dramatisch ist die Lage auch in Bolivien. Dort melden die Behörden, dass innerhalb von zwei Wochen fast eine Million Hektar Wald verbrannt seien - doppelt so viel wie sonst in einem ganzen Jahr. 

Immer größer wird die Rauchwolke, die schon jetzt über dem Zentrum Südamerikas wabert. Die Wolke begleite uns seit Tagen, sagt der bolivianische Feuerwehrmann Roberto Juchasara:

"In Bolivien, in Brasilien, Paraguay, an der Grenze zu Peru - wir sind von allen Seiten umzingelt von Feuern, das wird Folgen für unsere saubere Luft haben, wir spüren die starke Verschmutzung schon jetzt, im Grunde müsste man Alarmstufe Orange verhängen mit soviel Kohlenstoffdioxid in der Luft."

Über dieses Thema berichteten am 25. August 2019 tagesschau24 um 09:00 Uhr und NDR Info im "Echo am Morgen" ab 09:00 Uhr.

Korrespondentin

Anne Herrberg Logo BR

Anne Herrberg, BR

Darstellung: