Jair Bolsonaro | Bildquelle: AP

Brände im Regenwald Brasiliens Bolsonaro schimpft über Macron

Stand: 23.08.2019 08:33 Uhr

"Sensationsgierig", "kolonialistisch": Brasiliens Präsident Bolsonaro hat seinen französischen Amtskollegen scharf kritisiert. Grund ist Macrons Plan, beim G7-Gipfel über die verheerenden Brände am Amazonas zu sprechen.

Brasiliens Staatschef Jair Bolsonaro hat den französischen Präsidenten Emmanuel Macron wegen dessen Äußerungen zu den verheerenden Waldbränden im brasilianischen Amazonasgebiet scharf kritisiert. Bolsonaro warf Macron auf Twitter eine "kolonialistische Mentalität" vor, weil er beim G7-Gipfel in Biarritz über die Feuer sprechen wolle, ohne dass die Länder der Amazonas-Region dabei seien.

Der ultrarechte Präsident beschuldigte Macron zudem, eine "innere" Angelegenheit Brasiliens und anderer Staaten im Amazonasgebiet "instrumentalisieren" zu wollen, um "persönlichen politischen Profit" daraus zu schlagen. Macrons "sensationsgieriger Ton" trage nicht zur Lösung des Problems bei, schrieb Bolsonaro.

Feuer außer Kontrolle

Der französische Präsident hatte die schweren Waldbrände im Amazonasgebiet am Donnerstag als "internationale Krise" bezeichnet. Er kündigte an, mit den anderen G7-Mitgliedern beim Gipfel in Biarritz am Wochenende "über diesen Notfall" zu sprechen.

Bolsonaro räumte zugleich aber ein, dass die massiven Waldbrände im Amazonas möglicherweise illegal von Landwirten gelegt wurden. Zudem gab er zu, dass Brasilien nicht über die Mittel verfüge, die Feuer unter Kontrolle zu bringen. Das Amazonas-Gebiet sei größer als Europa, sagte er. "Wir haben nicht die Ressourcen dafür."

Rasanter Anstieg der Brände

In Brasilien wüten derzeit die schwersten Waldbrände seit Jahren. Seit Januar nahmen die Feuer und Brandrodungen im größten Land Südamerikas im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 83 Prozent zu, wie die Zeitung "Folha de S. Paulo" berichtete.

Insgesamt wurden demnach 72.843 Brände registriert. In den meisten Fällen waren Flächen in Privatbesitz betroffen, aber auch in Naturschutzgebieten und indigenen Ländereien brechen immer wieder Feuer aus.

Flammen schlagen auf im Regenwald rund um den Amazonas in Brasilien. | Bildquelle: REUTERS
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Die Brände im Regenwald rund um den Amazonas in Brasilien nehmen seit Monaten rasant zu.

Staatsanwaltschaft leitet Ermittlungen ein

Angesichts der verheerenden Waldbrände hat die Staatsanwaltschaft nun auch Ermittlungen eingeleitet. Im Bundesstaat Pará solle geprüft werden, warum der von Bauern angekündigte "Tag des Feuers" vor einer Woche nicht verhindert wurde, teilte die Staatsanwaltschaft mit.

Medienberichten zufolge hatten Farmer im Südwesten von Pará zuletzt in einer koordinierten Aktion große Flächen entlang der Landstraße BR-163 in Brand gesteckt, um Platz für neue Weideflächen zu schaffen.

Brasilien - Waldbrände am Amazonas und weltweite Reaktionen
Anne Herrberg, ARD Buenos Aires
23.08.2019 05:29 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 23. August 2019 um 06:00 Uhr.

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