Feuer frisst den Dschungel bei Porto Velho, Brasilien. | Bildquelle: dpa

Feuer in Brasilien Bolsonaro schickt Militär ins Brandgebiet

Stand: 24.08.2019 07:28 Uhr

Unter dem Druck anhaltender Kritik ändert Brasiliens Präsident Bolsonaro seine Politik in Bezug auf die Brände im Amazonas: Die Verursacher sollen verfolgt werden, Soldaten bei den Löscharbeiten helfen.

Jair Bolsonaro | Bildquelle: AP
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Brasiliens Präsident Bolsonaro will den Kampf gegen die Regenwald-Brände intensivieren.

Angesichts der anhaltenden Brände im Amazonasgebiet hat Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro ein hartes Durchgreifen gegen Brandstifter angekündigt. "Wir sind eine Regierung der Null-Toleranz-Politik gegenüber der Kriminalität, und im Bereich der Umwelt ist das nicht anders", sagte er in einer Fernsehansprache. "Wir werden entschlossen handeln, um die Feuer unter Kontrolle zu bringen."

Militär soll beim Löschen helfen

Betroffene Bundesstaaten könnten zudem die Unterstützung des Militärs erbitten. Er werde Soldaten mit der angemessenen Ausrüstung einsetzen, um die Brände im Regenwald zu löschen, sagte Bolsonaro. Der Regierung sei die Situation sehr bewusst, und sie werde genauso gegen "Umwelt-Kriminalität" vorgehen, wie sie gegen normale Kriminalität vorgehe.

"Der Schutz des Waldes ist unsere Pflicht. Wir sind uns dessen bewusst und arbeiten daran, die illegale Entwaldung und andere kriminelle Aktivitäten, die unser Amazonasgebiet gefährden, zu bekämpfen", sagte Bolsonaro.

Amazonas-Brände: Internationaler Druck auf Bolsonaro wächst
tagesthemen 21:45 Uhr, 23.08.2019, Matthias Ebert, ARD Rio de Janeiro

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Schlimmste Brände seit vielen Jahren

In Brasilien wüten derzeit die schwersten Waldbrände seit Jahren. Seit Januar nahmen die Feuer und Brandrodungen im größten Land Südamerikas im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 83 Prozent zu. Insgesamt wurden über 70.000 Brände registriert. Experten zufolge legen meist Farmer die Feuer, um neue Weideflächen zu schaffen.

Umweltschützer werfen Bolsonaro vor, ein politisches Klima geschaffen zu haben, in dem sich Bauern zu immer mehr Abholzung und Brandrodung ermutigt sehen. Der Staatschef hat immer wieder klar gemacht, dass er die Amazonasregion vor allem mit ungenutztem wirtschaftlichen Potenzial verbindet.

Thema beim G7-Gipfel

Da der Amazonasregenwald große Mengen CO2 bindet und für den Kampf gegen den Klimawandel von globaler Bedeutung ist, sorgen die Brände auf der ganzen Welt für Bestürzung. Auch auf dem G7-Gipfel der führenden Industrienationen im französischen Biarritz soll das Thema am Wochenende zur Sprache kommen. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hatte angekündigt, das jüngst ausgehandelte Mercosur-Freihandelsabkommen zwischen der EU und den vier Mitgliedsländern des südamerikanischen Staatenbunds abzulehnen, um damit den Druck auf Bolsonaro zu erhöhen. Auch Irland will sich der Blockade des Abkommens anschließen. Die Bundesregierung lehnt einen solchen Schritt hingegen ab.

Bolsonaro verbat sich indes die Einmischung in innere Angelegenheiten seines Landes. "Waldbrände gibt es auf der ganzen Welt", sagte der Präsident im Fernsehen. "Das kann nicht als Vorwand für mögliche internationale Sanktionen dienen."

Demonstration gegen die Regierung in Brasilien (Foto: Matthias Ebert)
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In mehreren Städten gab es Demonstrationen gegen Bolsonaros Umweltpolitik.

Proteste gegen Bolsonaros Politik

In den Großstädten Rio de Janeiro und São Paulo gingen zahlreiche Menschen gegen die Umweltpolitik der Regierung auf die Straße. "Es gibt keine Entwicklung ohne Sauerstoff", war auf einem Protestplakat zu lesen. Auf einem anderen stand: "Lasst das Grün nicht Grau werden."

US-Präsident Donald Trump erklärte auf Twitter, er habe mit Bolsonaro gesprochen und seine Hilfe angeboten. "Unsere künftigen Handelsbeziehungen sind sehr aufregend und unsere Beziehung ist stark, stärker als je zuvor", schrieb Trump. "Ich habe ihm gesagt, wenn die Vereinigten Staaten bei den Bränden helfen können, sind wir dazu bereit."

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 24. August 2019 um 06:00 Uhr.

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