Jair Bolsonaro | Bildquelle: AP

Brasiliens Präsidentschaftskandidat "Meine Säuberungen werden umfassend sein"

Stand: 25.10.2018 02:39 Uhr

Vor der Stichwahl am Sonntag droht Brasiliens Präsidentschaftskandidat Bolsonaro seinen Feinden mit "Säuberungen". Seinen Wahlkampf führt er vor allem über soziale Medien. Ex-Präsident Lula warnt vor "faschistischer Gefahr".

Brasiliens Präsidentschaftskandidat Jair Bolsonaro hat seinen Feinden mit Verfolgung gedroht. "Meine Säuberungen werden umfassend sein", sagte er in einem Video, das sich über soziale Medien verbreitete. "Wenn sie nicht ins Ausland gehen, landen sie im Gefängnis.

Der brasilianische Ex-Präsident Luiz Inácio Lula da Silva warnte vor einer "faschistischen Bedrohung", sollte Bolsonaro bei der Stichwahl am Sonntag zum Präsidenten gewählt werden. Mit einem Aufruf warb der wegen Korruption zu zwölf Jahren Haft verurteilte ehemalige Staatschef aus dem Gefängnis für seinen Parteifreund Fernando Haddad. Es sei an der Zeit, das Volk und alle Demokraten zu vereinen, schrieb Lula. In den Umfragen liegt Haddad 14 Prozentpunkte hinter Bolsonaro.

Wahlkampf in Brasilien: Bolsonaro laut Umfragen Favorit
Nachtmagazin 00:00 Uhr, 25.10.2018, Matthias Ebert, ARD Rio de Janeiro

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Reporterin offenbar bedroht

Unterdessen soll die Reporterin Patricia Campos Mello nach einem Bericht über mutmaßlich illegale Wahlkampfpraktiken in Bolsonaros Lager bedroht worden sein. Die Zeitung "Folha de S. Paulo" hatte vergangene Woche ihren Artikel gebracht, demzufolge Geschäftsmänner mit Verbindungen zu Bolsonaro eine groß angelegte WhatsApp-Kampagne zur Verbreitung von Falschnachrichten finanzieren sollen, um dessen Kandidatur zu fördern. Für diese Woche sei eine "Fake-News-Offensive" aus dem Lager des rechtsextremen Präsidentschaftskandidaten geplant.

Justiz zu Ermittlungen aufgerufen

Bolsonaro wies den Bericht zurück. Sein linker Rivale Fernando Haddad forderte die Justiz indes zu Ermittlungen auf. Nach der Veröffentlichung des Artikels sei Campos Mellos über WhatsApp und E-Mail mehrmals bedroht worden, meldete ihr Arbeitgeber. "Du solltest an deinen Sohn und deine Zukunft denken. Für deine Sicherheit würde ich Brasilien verlassen", lautete dem Blatt zufolge eine der Nachrichten. Bolsonaros Lager äußerte sich nicht zu den Anschuldigungen.

Demonstration für Bolsonaro | Bildquelle: Fernando Bizerra Jr/EPA-EFE/REX/
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Anhänger des rechtsextremen Präsidentschaftskandidaten Jair Bolsonaro demonstrierten am 22. Oktober in mehreren Städten Brasiliens.

Gegen Frauen, Schwarze, Schwule

Bolsonaro provoziert immer wieder mit abfälligen Bemerkungen über Frauen, Schwarze und Schwule sowie mit extremistischen Parolen und seiner Sympathie für die Militärdiktatur. Allerdings profitiert er von der Wut vieler Wähler auf die von Korruptionsskandalen belastete traditionelle Politelite.

Angesichts der ausufernden Gewalt im größten Land Lateinamerikas kommen zudem seine Forderungen nach einem harten Durchgreifen gegen Kriminelle bei vielen Wählern gut an.

Mit Informationen von Matthias Ebert, ARD-Studio Rio de Janeiro

Über dieses Thema berichtete das nachtmagazin am 25. Oktober 2018 um 00:00 Uhr.

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