Gedenken an die Opfer des Dammbruchs | Bildquelle: Antonio Lacerda/EPA-EFE/REX

Ein Jahr nach Dammbruch Gedenken an die 270 Toten von Brumadinho

Stand: 26.01.2020 15:32 Uhr

Der Schlamm kam binnen Sekunden und riss alles mit sich: Ein Jahr nach dem Dammbruch von Brumadinho, eines der schwersten Unglücke in Brasiliens Bergbaugeschichte, haben Hinterbliebene der Opfer gedacht - und Aufklärung gefordert.

In Brasilien haben Hunderte Menschen der Opfer des verheerenden Dammbruchs vor genau einem Jahr gedacht. 270 Menschen kamen damals ums Leben. In der Stadt Brumadinho versammelten sich Angehörige und Einsatzkräfte. "Ich hoffe, dass jene, die wirklich Schuld tragen, bestraft werden - denn man spielt nicht mit dem Leben von Menschen", sagte der Gouverneur des Bundesstaats Minais Gerais, Romeu Zema.

Bei der Gedenkveranstaltung wurde auch der Grundstein eines Mahnmals zur Erinnerung an die Opfer gelegt. Um 12.28 Uhr - dem exakten Zeitpunkt des Unglücks - versammelte sich eine Menschenmenge am Stadteingang, um der Opfer mit einer Schweigeminute zu gedenken. Viele Menschen legten Fotos der Getöteten und Vermissten ab. Bewohner hatten zuvor ein großes Banner mit der Aufschrift "365 Tage des Leidens und der Straffreiheit" am Ortseingang platziert. 

Anklage gegen TÜV Süd und Bergbaukonzern Vale

Die Ermittlungen nach der Katastrophe um das Bergwerk Córrego do Feijão sind langwierig: Erst vor wenigen Tagen erhob die brasilianische Justiz Anklage gegen den TÜV Süd und den Betreiber des Bergwerks, den Bergbaukonzern Vale, wegen schwerer Umweltverstöße. Der TÜV Süd war nach dem Unglück rasch in die Kritik geraten. Das deutsche Prüfunternehmen hatte den Damm im Auftrag von Vale im September 2018 begutachtet und trotz mehrerer Wartungsempfehlungen für sicher erklärt. 16 Personen - darunter der frühere Vale-Chef Fabio Schvartsman - müssen sich zudem wegen vorsätzlicher Tötung verantworten.

Der Dammbruch am 25. Januar 2019 war eines der schwersten Unglücke in der Geschichte Brasiliens. 13 Millionen Kubikmeter Schlamm mit Bergbauabwässern ergossen sich damals über die Umgebung und rissen zahlreiche Menschen mit sich. 259 Leichen konnten geborgen werden, elf weitere wurden bis heute nicht gefunden.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 26. Januar 2020 um 20:00 Uhr.

Darstellung: