Grenzkontrolle zwischen Venezuela und Brasilien | Bildquelle: REUTERS

Flüchtende Venezolaner Brasilien schickt Militär zur Grenze

Stand: 29.08.2018 09:32 Uhr

Wegen der politischen und wirtschaftlichen Krise fliehen Hunderttausende Venezolaner in die Nachbarländer. Brasilien entsendet nun Militär in die Grenzregion, nachdem es Unruhen gegeben hat.

Michel Temer, Präsident von Brasilien, spricht bei einer Pressekonferenz. | Bildquelle: picture alliance / Marcelo Camar
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Laut Staatschef Temer soll der Einsatz eine Dauer von zwei Wochen haben.

Angesichts einer anschwellenden Migrationskrise in der Region hat Brasiliens Regierung das Militär an die Grenze zum Nachbarland Venezuela mobilisiert. Der Einsatz in dem nördlichen Bundesstaat Roraima habe zunächst eine Dauer von zwei Wochen, erklärte Staatschef Michel Temer nach einer Kabinettssitzung in der Hauptstadt Brasilia.

Zusammenstöße zwischen Migranten und Einwohnern

Neue Statistiken zeigen, dass der Bundesstaat mit 27,7 Fällen pro 100.000 Einwohner in der ersten Jahreshälfte die höchste Mordrate von ganz Brasilien aufwies. Nach gewaltsamen Zusammenstößen venezolanischer Flüchtlinge mit Einheimischen im brasilianischen Grenzort Pacaraima waren bereits Mitte August 120 Soldaten an die Grenze geschickt worden.

Ziel sei es, die "Sicherheit für brasilianische Staatsbürger, aber auch für aus ihrem Land flüchtende Venezolaner" zu gewährleisten, erklärte Temer. Die Krise in Venezuela bezeichnete er als "tragisch". Diese bedrohe "die Harmonie praktisch des ganzen Kontinents". Die internationale Gemeinschaft müsse "diplomatische Maßnahmen" ergreifen, um die Flucht der Menschen zu stoppen.

Hunderttausende auf der Flucht vor Hunger und Armut

Südamerika erlebt gerade wohl die größte Flüchtlingskrise seiner Geschichte. Hunderttausende Venezolaner sind in den vergangenen Monaten auf der Flucht vor Hunger und Elend in die Nachbarstaaten geflohen - nach Angaben der UN haben bereits 2,3 Millionen Menschen den einst reichen Erdölstaat Venezuela verlassen. Die Länder der Region sind zunehmend überfordert.

Menschen der Volksgruppe Warao aus Venezuela im Flüchtlingslager Janokoida in Pacaraima (Brasilien) | Bildquelle: dpa
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Hunderttausende Venezolaner sind in den vergangenen Monaten auf der Flucht vor Hunger und Elend in die Nachbarstaaten geflohen

Vor zehn Tagen war es in Nordbrasilien zu fremdenfeindlichen Übergriffen gegen Migranten gekommen. In der vergangenen Woche führte zudem Peru schärfere Einreisebestimmungen für Venezolaner ein. Tausende Migranten versuchten daraufhin, noch vor Inkrafttreten der neuen Regeln über den Landweg in das Andenland zu gelangen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 20. August 2018 um 22:34 Uhr.

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