Annette Dittert, ARD London, mit Boris Johnson als Stiftaufstecker

Verhandlungen mit EU Die Brexit-Soap geht in die letzte Staffel

Stand: 01.10.2020 07:39 Uhr

Deal oder kein Deal mit der EU? Dem britischen Premier Johnson bleiben keine 100 Tage mehr zur Entscheidung. Die Verwirrung ist groß - womöglich auch bei ihm selbst.

Von Annette Dittert, ARD-Studio London

Am Ende wird alles an ihm hängen: Boris Johnson. Der britische Premierminister muss entscheiden, ob er seinem Land nach der Corona-Krise noch einen weiteren Stresstest zumuten will oder nicht. In Großbritannien weiß allerdings niemand, ob Johnson selbst weiß, welchen Kurs er wählen wird. Das Brexit-Chaos steht in gewisser Weise symbolisch für Johnsons Politikstil.

Dennoch wetten in London derzeit weit mehr Experten auf einen Deal als Ergebnis - und sei er noch so dünn und inhaltsleer. Denn ein No-Deal-Szenario, also einen EU-Austritt ohne jedes Abkommen, kann sich Johnson eigentlich nicht leisten. Der britische Brexit-Minister Michael Gove kündigte erst in der vergangenen Woche an, dass sich an der Grenze in Dover im Falle eines No Deals bis zu 7000 Lastwagen stauen könnten.

Knapp Hundert Tage bis zum Brexit: Annette Dittert über No-Deal, Corona-Chaos und - wo ist Boris Johnson ?
Brexit Diary - Neues von der Brexit-Insel, 30.09.2020, Annette Dittert, ARD London

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"Jetzt ist nicht die Zeit für Unterhaltung"

Aber sicher ist der Deal nicht, denn Johnson bekommt zunehmend Gegenwind aus der eigenen Partei. "Er ist nicht der Premierminister, für den ihn die Menschen gehalten haben", sagt Matthew Parris, der selbst lange Zeit Mitglied der Konservativen Partei war. Inzwischen beobachtet er das politische Geschehen als Autor.

"Johnsons Talent liegt darin, zu unterhalten. Doch jetzt ist nicht die Zeit für Unterhaltung. In dieser Zeit braucht es einen Premier, der sich in Details reinarbeitet - und dafür ist Johnson einfach nicht gemacht. Das könnte die Verhandlungen am Ende vollkommen unberechenbar machen", warnt Parris.

Brexit-Hardliner setzen Johnson unter Druck

Vor allem die Brexit-Hardliner setzen Johnson derzeit unter Druck. Der rechte Tory-Flügel, der am liebsten ohne Deal aus der EU ausscheiden will, sei schon mit seinen jetzigen Corona-Restriktionen nicht glücklich, sagt Parris. "Wenn er nun auch noch einen weichen Deal verhandelt, könnte das sein vorzeitiges Ende einleiten."

Die Brexit-Soap geht in die letzte Staffel. Die finale Folge des Endlosdramas aber läuft noch lange nicht.

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