Annette Dittert

Brexit-Diary Sexismus im Schloss

Stand: 17.12.2020 11:31 Uhr

Bis heute können weibliche Nachkommen des britischen Hochadels keine Titel erben. So bleibt ihnen ein Sitz im Oberhaus versagt. Wie Nostalgie so manchem den Blick auf die Gegenwart verstellt - was sich auch beim Brexit zeigt.

Von Annette Dittert, ARD-Studio London

Die Brexit-Verhandlungen schleppen sich in die letzte Runde. Nach allem was aus London und Brüssel so durchdringt, stehen die Zeichen jetzt eher auf "Deal". Bis die Verhandlungen zu einem endgültigen Abschluss kommen, könnte es aber durchaus Ende Dezember werden.

Im Brexit-Diary gibt es deshalb heute eine Hintergrundgeschichte, die eine der Ursachen des Brexit beleuchtet: Das nostalgische Verhältnis der Briten zu ihrer Geschichte, das so manch einem auf der Insel den Blick auf die Gegenwart verstellt. 

Die Rede ist von dem immer noch existierenden männlichen Erbrecht. Töchter im englischen Hochadel können nämlich bis heute nicht den Titel und die Schlösser ihrer Väter erben - und damit auch nicht als Erb-Lords ins House of Lords, das britische Oberhaus, einziehen und hier über Gesetze abstimmen. Real existierender Sexismus im Schloss.

Brexit-Diary: Sexismus im Schloss
17.12.2020, Annette Dittert, ARD London

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Selbst im Königshaus gibt es die weibliche Thronfolge

Die Queen höchstselbst hatte das 2013 für das Königshaus geändert: Wäre Kate und Williams erstes Kind ein Mädchen gewesen, wäre dieses Mädchen die Thronfolgerin geworden. Das House of Lords aber zog nicht nach. Im Gegenteil: 2014 wurde ein entsprechender Gesetzesentwurf hier abgelehnt.

Charlotte Carew Pole, die mit einem Baron aus Cornwall verheiratet ist, will das jetzt ändern - und hat damit für erhebliche Unruhe im englischen Adel gesorgt. Dabei will sie das Prinzip Adel gar nicht abschaffen. "Der ist so populär, der wird noch lange erhalten bleiben. Aber genau deshalb müssen wir jetzt dafür sorgen, dass eine solche Geschlechterdiskriminierung im 21. Jahrhundert nicht mehr möglich sein darf", sagt sie. "Es geht uns nicht um Privilegien, sondern ums Prinzip."

Die jetzige britische Regierung aber hat sich bislang wenig entgegenkommend gezeigt. Deshalb hatte Charlotte Carew Pole nun gemeinsam mit fünf anderen Frauen sogar eine Klage beim Europäischen Menschengerichtshof eingereicht.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 17. Dezember 2020 um 16:00 Uhr.

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