Flüchtlinge nachdem sie den Zaun in Ceuta überwunden haben.

Spanische Exklave Hunderte stürmen Grenze in Ceuta

Stand: 20.02.2017 08:58 Uhr

Erneut haben Hunderte Flüchtlinge die Grenze zur spanischen Exklave Ceuta gestürmt. Das teilten die spanischen Behörden mit. Laut dem Roten Kreuz wurden dabei elf Menschen verletzt. Am Freitag hatten bereits Hunderte Menschen den Grenzzaun überwunden.

Hunderte Flüchtlinge haben erneut die spanische Exklave Ceuta an der Grenze zu Marokko gestürmt. Elf Menschen seien dabei verletzt worden, einige seien mit Knochenbrüchen in ein Krankenhaus gebracht worden, teilte das Rote Kreuz auf Twitter mit. Die Anderen seien in das Erstaufnahmezentrum in Ceuta gebracht worden und würden dort von Helfern versorgt.

Erst am Freitag hatten Hunderte Migranten versucht, über den Zaun zu klettern. 500 von ihnen schafften es dem Roten Kreuz zufolge, Spanien zu erreichen. Sie stammen überwiegend aus afrikanischen Ländern südlich der Sahara. Der doppelte Zaun, der Ceuta von Nordafrika trennt, ist acht Kilometer lang.

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Immer wieder Massenanstürme

Seit Monaten gibt es immer wieder Massenanstürme, bei denen oft auch Sicherheitskräfte verletzt werden, die versuchen, die Menschen abzuwehren. Spanien verfügt in Nordafrika über zwei Exklaven, die beide von Marokko beansprucht werden: Ceuta an der Meerenge von Gibraltar und das 250 Kilometer weiter östlich gelegene Melilla. In der Nähe der Gebiete harren Zehntausende Afrikaner sowie mittlerweile auch Syrer aus.

Menschenrechtsorganisationen fordern regelmäßig von den UN und der EU, Druck auf Spanien auszuüben, damit Flüchtlinge einen Asylantrag stellen können. Im Jahr 2016 kamen nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) rund 18.000 Flüchtlinge in Spanien an.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 20. Februar 2017 um 14:00 Uhr.

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