Aktivist hält britischen Pass vor Cheng-Bild hoch | Bildquelle: AFP

Nach Festnahme in China Konsulatsmitarbeiter ist wieder frei

Stand: 24.08.2019 08:58 Uhr

Das Verschwinden eines britischen Konsulatsmitarbeiters in China hatte für Spannungen zwischen Peking und London gesorgt. Nun wurde Simon Cheng wieder freigelassen. Laut Polizei gab er die Anschuldigungen zu.

Der in China festgenommene Mitarbeiter des britischen Konsulats ist nach Hongkong zurückgekehrt. Simon Cheng sei wieder in Hongkong, erklärte dessen Familie auf Facebook. Er werde sich jetzt "einige Zeit zum Ausruhen und Erholen" nehmen.

Cheng war am 8. August zu einer eintägigen Geschäftsreise in die benachbarte Metropole Shenzhen in Südchina aufgebrochen und danach nicht nach Hongkong zurückgekehrt. "Ich überquere jetzt die Grenze ... Bete für mich", soll er vor seinem Verschwinden laut Hongkonger Medien in einer Nachricht an seine Freundin geschrieben haben.

Großbritannien begrüßte Chengs Freilassung. "Wir sind erfreut darüber, dass Simon Cheng zurück zu seiner Familie kann. Wir werden sie auch weiterhin unterstützen", sagte ein Sprecher des Außenministeriums.

Simon Cheng | Bildquelle: REUTERS
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Protest gegen die Festnahme von Simon Cheng

Spannungen zwischen Peking und London

Vor wenigen Tagen hatte China seine Festnahme bestätigt. Cheng sei wegen eines nicht näher erläuterten Verstoßes gegen ein Gesetz zum Schutz der öffentlichen Sicherheit mit einer 15-tägigen Verwaltungshaft belegt worden. Verwaltungshaft ist eine Art der Bestrafung in China, für die kein Gerichtsurteil nötig ist. Die Polizei kann sie nach eigenem Ermessen anordnen und Menschen auf diese Art und Weise bis zu 20 Tage lang festhalten. Laut der chinesischen Polizei hat Cheng die Anschuldigungen zugegeben.

Das britische Außenministerium hatte sich besorgt über seine Festnahme geäußert. Chinas Außenamtssprecher Geng Shuang forderte die britische Regierung auf, unverantwortliche Bemerkungen zu unterlassen und sich nicht in innere Angelegenheiten Chinas einzumischen.

Der 28-jährige Cheng ist Hongkong-Chinese und arbeitet für die Wirtschaftsabteilung des britischen Konsulats in der autonom regierten Stadt. Nach Medienberichten hat er auch einen britischen Pass und zwar einen sogenannten Übersee-Pass. Den besitzen in der früheren britischen Kolonie Hongkong viele Menschen, die vor der Übergabe der Stadt an China 1997 geboren wurden.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 24. August 2019 um 09:15 Uhr.

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