Gesundheitsbeamte in Chemikalienschutzanzügen kontrollieren am Flughafen die Körpertemperatur von Passagieren, die aus der Stadt Wuhan angereist sind. | Bildquelle: dpa

Coronavirus in China Mehr Neuinfektionen, mehr Todesfälle

Stand: 22.01.2020 19:26 Uhr

544 nachgewiesene Fälle und 17 Tote - die neue Lungenkrankheit breitet sich in China weiter aus. Auch in anderen Ländern gibt es einzelne Neuinfektionen. Gesundheitsminister Spahn sagte der ARD, Europa sei gut vorbereitet.

Die Zahl der Toten durch die neue Lungenkrankheit in China ist auf 17 gestiegen. Mit mehr als 200 Nachweisen binnen eines Tages nahm auch die Zahl erfasster Virus-Infektionen stark zu: Bislang gebe es 544 Menschen gemeldete Fälle, berichtete die chinesische Ausgabe der "Global Times".

Allein am Mittwoch stieg die offizielle Zahl der Toten von bisher 6 auf 17 - alle in der schwer betroffenen Metropole Wuhan. Auch außerhalb Chinas wurden weitere Infektionen mit dem Coronavirus bekannt. In Europa gibt es bislang keine Nachweise.

Nach Einschätzung der Bundesregierung bedeutet die Ausbreitung der neuen Lungenkrankheit nur ein sehr geringes Gesundheitsrisiko für die Menschen in Deutschland. Es gebe keinen Grund, in Alarmismus zu verfallen, sagte ein Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums.

Spahn sieht Europa gut gewappnet

"Wir sind wachsam", sagte Gesundheitsminister Jens Spahn gegenüber der ARD am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos. Falls das Virus in Europa auftauche, gebe es entsprechende Pläne. Wichtig sei, schnell herauszufinden wo sich der Infizierte angesteckt haben könnte und dann alle Betroffenen rasch zu informieren. "Dazu ist unser Gesundheitssystem in Europa inzwischen in der Lage."

Eine Erkrankung wie diese sei damit schnell unter Kontrolle zu kriegen, erklärte Spahn. Auch mit den Flughäfen Frankfurt, München, Hamburg und Düsseldorf gebe es eine enge Kooperation. Das bestätigte Lufthansavorstand Carsten Spohr: "Wir haben unsere Krisenpläne aus der Schublade geholt." Lufthansa arbeite eng mit den Behörden zusammen. Spohr lobte, dass die chinesischen Behörden diesmal sehr gut über die Lage informierten.

Zahl der Coronavirus-Infizierten nimmt deutlich zu
tagesschau 20:00 Uhr, 22.01.2020, Daniel Satra, ARD Peking

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Erster Fall in den USA

Erstmals meldeten die US-Behörden einen Fall. Der Erkrankte war nach einem Besuch in Wuhan am 15. Januar nach Seattle zurückgekehrt. Nach Angaben der US-Gesundheitsbehörde CDC habe er bei der Rückreise noch keine Symptome bemerkt, sich später aber zur Untersuchung in ein Krankenhaus begeben.

Sein Zustand sei gut. Es bestehe nur ein sehr geringes Risiko, dass er weitere Menschen angesteckt haben könnte. Die Behörden seien dabei, eine Liste der Menschen zusammenzustellen, mit denen der Mann Kontakt hatte.

Infektionen in sechs Ländern

Die neuartige Krankheit war zuvor auch in Japan, Südkorea, Taiwan und Thailand nachgewiesen worden - bisher stets bei Menschen, die sich zuvor in China aufgehalten hatten.

Quelle war wahrscheinlich ein Wildtier

Es wird vermutet, dass das neue Coronavirus von einem Fischmarkt in Wuhan ausging, einer Metropole mit elf Millionen Einwohnern. Man gehe zum jetzigen Zeitpunkt davon aus, dass die Quelle ein Wildtier auf dem Markt gewesen sei, sagte Gao Fu, Direktor des chinesischen Zentrums für Seuchenkontrolle.

Demnach gab es zunächst Übertragungen vom Tier zum Menschen, bevor das Virus sich an seinen neuen Wirt anpasste und es zu Übertragungen zwischen Menschen kam. 

Der abgesperrte Fischmarkt in Wuhan. | Bildquelle: AFP
galerie

Der abgesperrte Fischmarkt in Wuhan, China von dem das Virus wahrscheinlich kommt.

Mit der gerade laufenden Reisewelle zum chinesischen Neujahrsfest am kommenden Samstag wächst die Gefahr einer Ausbreitung. Bei der größten jährlichen Reisewelle des Landes sind Hunderte Millionen Chinesen unterwegs.

Neues Virus ist eine SARS-Variante

Gesundheitsexperten befürchten, dass besonders ansteckende Patienten das Virus schneller streuen könnten. Sogenannte Superverbreiter hatte es auch bei der ebenfalls von China ausgegangenen SARS-Pandemie gegeben, bei der in den Jahren 2002 und 2003 etwa 800 starben.

Das neue Virus gehört zur selben Art, es ist allerdings offenbar eine harmlosere Variante. SARS-Viren gehören zu den Coronaviren, die oft harmlose Erkrankungen wie Erkältungen verursachen. Allerdings gehören auch Erreger gefährlicher Atemwegserkrankungen wie Mers dazu.

Gesundheitsminister Spahn zum Coronavirus
Sabrina Fritz, SWR
22.01.2020 18:51 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 22. Januar 2020 um 20:00 Uhr.

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