Chinas erster selbstgebauter Flugzeugträger "Type 001A" (Archivbild, Mai 2018) | Bildquelle: AFP

Feier mit Staatschef Xi Chinas eigener Flugzeugträger im Dienst

Stand: 17.12.2019 14:54 Uhr

China hat seinen ersten selbstgebauten Flugzeugträger in Dienst gestellt. Zuvor war dieser schon durch die Meerenge von Taiwan gefahren, was als Machtdemonstration gewertet wurde.

Während einer Feier mit Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping hat die chinesische Marine ihren ersten selbstgebauten Flugzeugträger in Dienst gestellt. Die Zeremonie fand auf dem großen Marinestützpunkt Sanya auf der südchinesischen Insel Hainan statt - unweit der von China beanspruchten Seegebiete im Südchinesischen Meer.

Zuvor war der Flugzeugträger schon durch die Meerenge von Taiwan gefahren, das China als Teil der Volksrepublik betrachtet. Beides wurde als Machtdemonstration gewertet.

Zwei Flugzeugträger

Damit besitzt China zwei einsatzfähige Flugzeugträger. Der erste namens "Liaoning" ist ein modernisierter ehemaliger sowjetischer Flugzeugträger, den China aus der Ukraine gekauft, umgebaut und 2012 in Dienst gestellt hatte. Die Indienststellung des zweiten Flugzeugträgers war eigentlich im April erwartet worden, hatte sich laut Presseberichten aber wegen technischer Probleme verzögert. Er wurde nach einer chinesischen Provinz "Shandong" getauft und war im Mai 2018 erstmals in See gestochen.

Streit um große Seegebiete

"Peking hat Sanya (für die Indienststellung) ausgesucht, weil die Militärführung die geostrategische Bedeutung der Basis des zweiten Flugzeugträgers hervorheben wollte", sagte der Pekinger Marineexperte Li Jie der Hongkonger Zeitung "South China Morning Post". Der Marinestützpunkt, wo auch chinesische Atom-U-Boote beheimatet sind, bietet leichten Zugang zum Südchinesischen Meer.

In dem Seegebiet streitet China mit seinen Nachbarn um Inseln und Riffe und beansprucht große Seegebiete mit bedeutenden Fischgründen, Rohstoffvorkommen und Schifffahrtsstraßen. Außerdem baut das Land seine Militärpräsenz aus. Der internationale Schiedsgerichtshof in Den Haag wies im Juli die Gebietsansprüche zurück. China aber ignoriert das Urteil.

Konflikt mit den USA und Taiwan

Im Südchinesischen Meer kommt es auch immer wieder zu Vorfällen zwischen chinesischen und amerikanischen Marineschiffen. Die USA wollen mit Einsätzen nahe der umstrittenen Inseln demonstrativ für die Freiheit der Navigation auf den Meeren eintreten. Auch Taiwan ist ein Konfliktherd, da China mit einer Eroberung der Insel droht. Die USA haben sich 1979 gesetzlich verpflichtet, die Verteidigungsfähigkeit Taiwans zu sichern.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 17. Dezember 2019 um 16:00 Uhr.

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