Der chinesische Außenminister Wang Yi | Bildquelle: REUTERS

Reaktion auf Rede von Pence China weist US-Einmischungsvorwürfe zurück

Stand: 05.10.2018 07:36 Uhr

China hat Vorwürfe der US-Regierung zurückgewiesen, wonach die Führung in Peking die Wahlen in den USA beeinflussen will. Äußerungen von US-Vizepräsident Pence seien lächerlich und unbegründet.

Von Steffen Wurzel, ARD-Studio Shanghai

Die Grundsatzrede von Mike Pence zur China-Politik der US-Regierung sorgt für Empörung in Peking. Bereits am Vormittag äußerte sich das Außenministerium, obwohl China noch in einer Feiertagswoche steckt und deswegen eigentlich alle staatlichen Stellen schweigen.

Die Sprecherin von Chinas Außenminister Wang Yi, Hua Chunying, warf dem US-Vizepräsidenten vor, er habe China mit seiner Rede verunglimpft. Vorwürfe, wonach ihre Regierung die US-Parlamentswahlen in vier Wochen beeinflussen wolle, seien "lächerlich" und "unbegründet". "Wir haben kein Interesse daran, uns in die inneren Angelegenheiten der USA und Wahlen einzumischen", so die Sprecherin. Pence schade den chinesischen Interessen und den Beziehungen zwischen beiden Staaten.

Pence: "China will anderen US-Präsidenten"

Der US-Vizepräsident hatte bei einer Grundsatzrede zuvor heftige Vorwürfe gegen China erhoben: Die Pekinger Führung setze in den USA diverse Propagandamittel ein, um die Öffentlichkeit zu beeinflussen. Zum Beispiel mische sich China gezielt in Hollywood ein und beeinflusse große Filmproduktionen.

US-Vizepräsident Mike Pence gestikuliert auf einer Pressekonferenz zum Aufbau einer "Space Force". | Bildquelle: AFP
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US-Vizepräsident Mike Pence kritisierte China in einer Rede scharf.

Pence zitierte einen US-Geheimdienstmitarbeiter, der ihm gesagt habe: China lasse russische Aktivitäten in Sachen Wahleinmischung blass aussehen. Pence kritisierte auch Chinas Geo- und Sicherheitspolitik. Damit verschärfte der Vize-Präsident die Rhetorik im von Trump mit Zollerhöhungen ausgelösten Handelsstreit. Sie gipfelte in dem Satz: "China will einen anderen amerikanischen Präsidenten."

Am Montag wird US-Außenminister Mike Pompeo in Peking erwartet. Es dürfte ein angespannter Besuch werden.

Chinas Führung weist Kritik der USA scharf zurück
Steffen Wurzel, ARD Shanghai
05.10.2018 08:26 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 05. Oktober 2018 um 09:00 Uhr in den Nachrichten.

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