Einwohner und Sicherheitskräfte in Xinjiang. | Bildquelle: AP

Muslimische Minderheiten China meldet Festnahme Tausender "Terroristen"

Stand: 18.03.2019 11:25 Uhr

Immer wieder verteidigt die chinesische Regierung ihr hartes Vorgehen gegen Uiguren und andere Muslime als Kampf gegen Extremismus. Nun erklärte sie, seit 2014 fast 13.000 "Terroristen" festgenommen zu haben.

Die chinesischen Behörden haben in der Region Xinjiang seit 2014 nach Angaben der Regierung fast 13.000 "Terroristen" festgenommen. Dies geht aus einem Strategiepapier hervor, in dem die Regierung ihre umstrittenen "Deradikalisierungsmaßnahmen" für Muslime in der Gegend verteidigt. Hunderte "terroristische Zellen" seien ausgehoben worden, teilte die Volksrepublik darin mit.

China steht wegen seines Vorgehens im Nordwesten des Landes international zunehmend unter Druck. Es geht vor allem um die Inhaftierung von geschätzt einer Million Uiguren und anderer vorwiegend muslimischer Gruppen in Umerziehungslagern. China hat die Existenz der Einrichtungen zwar eingeräumt, rechtfertigt die Maßnahmen aber als Teil des Kampfes gegen radikale Islamisten und spricht von freiwilligen "Trainingszentren". Ehemalige Inhaftierte berichten dagegen von Misshandlungen. Sie seien gezwungen worden, den Islam aufzugeben und der kommunistischen Regierungspartei die Treue zu schwören.

China wehrt sich gegen Kritik

Dem Bericht zufolge wurden in den vergangenen fünf Jahren mehr als 30.000 Menschen für ihre Teilnahme an 5000 "illegalen religiösen Aktivitäten" bestraft. Zudem hätten die Behörden mehr als 2000 Sprengsätze sichergestellt und mehr als 345.000 Kopien "illegaler religiöser Werbeunterlagen" beschlagnahmt. Die Autoren des Berichts schreiben, zwar könne der Einfluss der islamischen Kultur in Xinjiang nicht geleugnet werden. Dies ändere aber nichts an dem "objektiven Fakt", dass die Kultur in Xinjiang eine Facette der chinesischen Kultur darstelle. "Der Islam ist weder der natürliche Glaube der Uiguren und anderer Ethnien noch ist es ihr einziger Glaube."

Uigurische Sicherheitskräfte vor einer Moschee in Xinjiang. | Bildquelle: AP
galerie

Uigurische Sicherheitskräfte patrouillieren vor einer Moschee in Xinjiang.

Die Uiguren beklagen nicht nur, dass es in den Umerziehungslagern zu Gewalt kommt. Sie kritisieren die Einrichtungen auch als Teil einer aggressiven Kampagne, die Identitäten der zentralasiatischen Gruppen auszuhöhlen. China wiederum wehrt sich gegen die Kritik des kulturellen Völkermords und sieht den Ruf des Landes beschädigt. Dennoch hat die harte Linie gegen religiöse Minderheiten und Muslime im Besonderen internationale Aufmerksamkeit bekommen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 18. März 2019 um 10:00 Uhr.

Darstellung: