Das chinesische Liaison-Büro in Hong Kong  | Bildquelle: AFP

Nach Gewalteskalation China verurteilt Hongkong-Demos

Stand: 29.07.2019 11:49 Uhr

"Scheckliche Vorfälle", ausgelöst von "radikalen Elementen". Mit diesen Worten hat China die Proteste in Hongkong schwer verurteilt. In einer seltenen Stellungnahme bekräftigte Peking die Grundrechte der Finanzmetropole.

China hat die Protesten in Hongkong scharf verurteilt. "Diese schrecklichen Vorfälle haben die Rechtsstaatlichkeit, die öffentliche Ordnung, die Wirtschaft und das Leben der Menschen in Hongkong schwer beschädigt", sagte ein Sprecher des zum chinesischen Staatsrat gehörenden Büros für die Angelegenheiten von Hongkong und Macau. Er rief die Menschen dazu auf, sich "gegen Gewalt auszusprechen und sich ihr zu widersetzen".

Der Sprecher kritisierte insbesondere die Proteste am 21. Juli. Damals bewarfen Demonstranten die offizielle Vertretung von China in der Sonderverwaltungszone mit Eiern und Farbbeuteln. Außerdem beschmierten Demonstranten die Wände des Verbindungsbüros mit Graffiti.

Die Gewalt "radikaler Elemente" habe die Stabilität gefährdet und stelle eine ernste Herausforderung für die Rechtsstaatlichkeit dar. Die Autorität Chinas dürfe niemals untergraben werden, betonte der Sprecher.

Schlägertrupps verprügeln Demonstranten

Die weißgekleideten Schlägertrupps, die nach den Angriffen auf das Verbindungsbüro zahlreiche Demonstranten verletzt hatten, erwähnte er nach ersten Berichten nicht.

Kritiker werfen der Polizei vor, trotz dramatischer Hilferufe erst nach mehr als einer Stunde eingegriffen zu haben und machen Mitglieder krimineller chinesischer Banden für den Angriff verantwortlich.

Autonomie bleibt erhalten

In der Finanzmetropole kommt es seit Wochen immer wieder zu Protestmärschen mit Hunderttausenden Teilnehmern. Ausgelöst wurden diese durch ein geplantes Gesetz zur Auslieferung von Straftätern an China.

Auch am Wochenende kam es erneut zu Ausschreitungen. Bereitschaftspolizisten feuerten am Sonntag Tränengas auf Demonstranten, die nach einem nicht genehmigten Protestmarsch an mehreren Stellen in der Stadt Barrikaden errichtet hatten.

Die frühere britische Kronkolonie Hongkong wird seit der Rückgabe 1997 an China nach dem Grundsatz "ein Land, zwei Systeme" als eigenes Territorium autonom regiert. Dieser Grundsatz solle aufrechterhalten bleiben, betonte der chinesische Sprecher.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 29. Juli 2019 um 11:45 Uhr.

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