Orangenplantage | Bildquelle: AFP

Beschluss in Brüssel Chlorpyrifos jetzt EU-weit verboten

Stand: 06.12.2019 13:22 Uhr

Das Insektengift Chlorpyrifos gilt als schädlich für die Entwicklung des Gehirns von Embryonen und Säuglingen. Vor allem in Orangenplantagen wird es verwendet. Doch nun verliert das Mittel in der EU seine Zulassung.

Die EU hat die Zulassung des Pflanzenschutzmittels Chlorpyrifos nicht verlängert. Damit ist es von Januar an verboten, das Mittel zu verwenden. Chlorpyrifos kommt vor allem im Obstanbau und besonders bei Zitrusfrüchten zum Einsatz. Es soll in erster Linie gegen Insekten wirken. Die EU-Agentur für Lebensmittelsicherheit (Efsa) hält das Mittel für gefährlich.

Orangen in einem spanischen Supermarkt | Bildquelle: dpa
galerie

Chlorpyrifos wird insbesondere noch in Südeuropa und Drittstaaten benutzt.

Laut Efsa hat Chlorpyrifos "mögliche genotoxische sowie neurologische Auswirkungen". Rückstände des Giftes könnten sich äußerst negativ auf die Entwicklung von Kindern, bereits im Mutterleib, auswirken. Eine Studie der US-amerikanischen Columbia University kommt zu dem Schluss, dass Kinder, die im Mutterleib Chlorpyrifos ausgesetzt waren, einen geringeren Intelligenzquotienten aufweisen oder an Aufmerksamkeitsstörungen leiden.

Das Insektizid darf in Deutschland und einigen anderen EU-Ländern bereits seit Jahren nicht mehr benutzt werden. In Südeuropa und in Drittstaaten werden Obstplantagen aber weiter damit behandelt. Über den Import landen entsprechende Früchte dann auch in Deutschland.

Chlorpyrifos Verbot - Entscheidung EU-Mitgliedsstaaten
Manuela Weichsel, SR Brüssel
06.12.2019 16:01 Uhr

Download der Audiodatei

Wir bieten dieses Audio in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Audiodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 06. Dezember 2019 um 14:00 Uhr.

Darstellung: