Hillary Clinton auf Wahlkampftour

Clintons E-Mail-Affäre 38 Mitarbeiter verstießen gegen Regeln

Stand: 19.10.2019 09:51 Uhr

Drei Jahre lang untersuchte das US-Außenministerium, wer im Haus in der E-Mail-Affäre von Hillary Clinton gegen die Regeln verstoßen hatte. Nun liegt das Ergebnis vor: 38 Personen verhielten sich demnach "schuldhaft".

Das US-Außenministerium hat interne Untersuchungen zur E-Mail-Affäre um Ex-Ressortchefin Hillary Clinton abgeschlossen und Verstöße von 38 Mitarbeitern festgestellt. Auf einige Betroffene könnten nun disziplinarische Maßnahmen zukommen, teilte das State Department in einem Brief an den republikanischen Senator Chuck Grassley mit.

US-Senator Chuck Grassley | Bildquelle: AP
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US-Senator Chuck Grassley veröffentlichte das Schreiben auf seiner Website.

Kein "systemisches, absichtliches Fehlverhalten"

Dem Schreiben zufolge wurden die 38 Personen in 91 Fällen für "schuldhaft" befunden, vertrauliche Informationen verschickt zu haben, die in Clintons persönlichem E-Mail-Konto landeten, nicht aber wie vorgeschrieben in ihrem Dienst-Account. Es handelt sich dabei um aktuelle und frühere Mitarbeiter im Außenministerium.

Zwar hätten sie sich Verstöße geleistet, doch hätten Gutachter "keine überzeugenden Belege für systemisches, absichtliches Fehlverhalten im Umgang mit geheimen Informationen" gefunden. Trotzdem habe Clintons Nutzung eines privaten E-Mail-Servers den Schutz vertraulicher Daten gefährdet.

Die vor mehr als drei Jahren gestartete Untersuchung umfasst 33.000 Nachrichten, welche die damalige Chefdiplomatin und Präsidentschaftskandidatin der Demokraten zur Überprüfung an die Behörden übergab, nachdem die E-Mail-Affäre bekannt wurde. Insgesamt stieß das State Department nach eigenen Angaben auf 588 Verstöße im Umgang mit Informationen, die damals oder heute als vertraulich eingestuft würden. In 497 Fällen konnte nicht geklärt werden, wer dafür verantwortlich war.

Mails beeinflussten Wahlkampf

Die E-Mail-Affäre nutzte Präsident Donald Trump im Wahlkampf 2016 für scharfe Attacken auf seine Herausforderin. In der Folge verringerte sich Clintons Vorsprung auf Trump deutlich. Bei der Wahl war Trump schließlich an der Demokratin vorbeigezogen.

Der damalige FBI-Direktor James Comey kritisierte in einer Pressekonferenz Clintons "extrem sorglosen" Umgang mit ihrem privaten E-Mail-Server, betonte aber, dass die Bundespolizei kein Strafverfahren empfehlen werde.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 19. Oktober 2019 um 08:00 Uhr.

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