Vor einem Krankenhaus in Peking warten Menschen darauf, eingelassen zu werden. | Bildquelle: AFP

Coronavirus in China Infizierten-Zahl steigt mit neuer Zählweise

Stand: 01.04.2020 09:30 Uhr

Im Kampf gegen das Coronavirus nimmt China nun verstärkt infizierte Menschen ohne Symptome in den Blick. Die offizielle Zahl der Infektionen stieg deshalb an. Wie viele Menschen getestet werden, ist weiterhin unklar.

In China ist die Zahl der nachgewiesenen Corona-Infektionen wegen einer neuen Zählweise innerhalb eines Tages deutlich gestiegen. Erstmals wurden auch solche Menschen in die offizielle Statistik aufgenommen, die zwar positiv auf das Virus getestet wurden, aber keine Symptome zeigten. Das geht aus Daten der Pekinger Gesundheitskommission hervor.

Laut der Kommission gab es im Vergleich zum Vortag 130 neue Nachweise dieser Art. Insgesamt stünden derzeit 1367 "asymptomatische" Fälle unter Beobachtung. Die Zahl der Menschen, die infiziert sind und Symptome zeigen, stieg den Angaben zufolge um 36. 35 von ihnen waren aus dem Ausland nach China eingereist. Erneut wurden auch sieben Todesfälle gemeldet. 

"Asymptomatische" Fälle werden separat gezählt

Insgesamt wurden laut der Statistik seit Ausbruch der Lungenkrankheit Covid-19 81.554 Infektionen auf dem chinesischen Festland nachgewiesen. Die Infektionen ohne Symptome fließen in diese Gesamtzahl jedoch weiterhin nicht ein, sondern werden separat gezählt. Die Zahl der Toten stieg auf auf 3312.

Wie viel getestet wird, ist weiterhin unklar

Seit Wochen gibt es in der Volksrepublik nach offiziellen Angaben kaum noch inländische Infektionen. Dafür steigt die Zahl sogenannter "importierter Fälle". Allein am Dienstag wurden 48 Erkrankungen bei Menschen nachgewiesen, die nach China eingereist sind.

Darüber, wie viele positiv getestete Fälle ohne Symptome es bisher insgesamt gab, machte die Kommission keine Angabe. Wie viele Menschen täglich getestet werden und wie hoch die Dunkelziffer ist, ist ebenfalls unklar. Für Zweifel sorgt auch, dass China die Zählweise schon in den vergangenen Monaten mehrfach geändert hatte. 

Mehrfach war Kritik an den Zahlen der chinesischen Führung laut geworden. Skepsis sei angebracht im Bezug auf die offizielle Statistik, sagte Adam Ni, Direktor des China Policy Centers, einer nichtstaatlichen Organisation in der australischen Hauptstadt Canberra. Dass Chinas Behörden falsche Zahlen veröffentlichen, sei nicht neu.

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