Eine medizinische Fachkraft mit Schutzmaske am Krankenhaus von Lugo | Bildquelle: ELISEO TRIGO/EPA-EFE/Shutterstoc

Coronavirus-Pandemie Weitere spanische Region abgeriegelt

Stand: 05.07.2020 21:46 Uhr

Nach der katalanischen Region Segrià wird nun ein weiteres Gebiet in Spanien unter Corona-Quarantäne gestellt. Betroffen sind 70.000 Menschen. Ursprung der Neuinfektionen im galizischen A Marina sind wohl mehrere Bars.

Im einstigen Corona-Hotspot Spanien wird nach den Lockerungen der Schutzmaßnahmen nun eine weitere Region wegen steigender Infektionszahlen unter Quarantäne gestellt. Der Landkreis A Marina in der galicischen Provinz Lugo im Nordwesten des Landes soll zwischen Montag und Freitag fünf Tage lang abgeriegelt werden, um eine Ausbreitung des Virus zu verhindern, teilte die Regionalregierung von Galicien mit. Betroffen sind etwas mehr als 70.000 Menschen.

Der regionale Gesundheitsminister Jesus Vazquez Almuina sagte, dass die größten Ausbrüche mit mehreren Bars in Verbindung stehen. Den Gesundheitsbehörden zufolge gibt es derzeit 258 Fälle in Galicien, davon 117 in Lugo. In A Marina werden nun unter anderem die Öffnungszeiten der Gasthäuser gekürzt, größere Menschenansammlungen sind bis Freitag wieder strikt untersagt. Zwei Tage später - am 12. Juli - finden in Galicien Regionalwahlen statt.

200.000 Menschen in Katalonien betroffen

Bereits am Samstag war die katalanische Region Segrià - mit der Großstadt Lleida - abgeriegelt worden. Insgesamt sind dort 200.000 Menschen betroffen. Bis auf weiteres darf niemand einreisen oder die Region verlassen, außer um zur Arbeit zu gelangen. Die Polizei errichtete Kontrollposten an den Zufahrtsstraßen. Die Bevölkerung wurde aufgerufen, Versammlungen zu meiden und familiäre Feiern stark zu begrenzen oder zu verschieben.

Spaniens Gesundheitsminister Salvador Illa twitterte, soziale Distanzierungs- und Abschottungsmaßnahmen würden jetzt wieder benötigt, um die Ausbrüche zu stoppen. Man verfolge die Lage in Galicien und Katalonien sehr genau.

In Spanien gibt es nach Angaben des Gesundheitsministeriums 205.545 Corona-Fälle und 28.385 Todesopfer. Damit gehört es neben Großbritannien und Italien zu den am schwersten betroffenen Länder Europas. Landesweit sind die Zahlen aber seit Mitte Mai stark gesunken. Der seit dem 14. März bestehende Corona-Notstand endete am 21. Juni. Seither dürfen sich die 47 Millionen Spanier wieder frei in ihrem Land bewegen. Urlauber dürfen inzwischen auch wieder einreisen.

Spanien: Behörden riegeln weiteres Gebiet wegen Corona-Ausbruch ab
Oliver Neuroth, ARD Madrid
06.07.2020 00:06 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 05. Juli 2020 um 20:00 Uhr in den Nachrichten.

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