Ein Wissenschaftler verdünnt Proben während der Forschung und Entwicklung eines Impfstoffs gegen die Coronavirus-Krankheit (COVID-19) in einem Labor in Sankt Petersburg | Bildquelle: REUTERS

Russlands Corona-Impfstoff "Absolut unbegründete Kritik"

Stand: 12.08.2020 13:52 Uhr

Die Kritik am russischen Corona-Impfstoff ist groß. Selbst im eigenen Land bezweifeln Forscher dessen Wirksamkeit. Doch die Entwickler und die Behörden verteidigen "Sputnik V" und sehen hinter der Skepsis eine politische Kampagne.

Von Palina Milling, ARD-Studio Moskau

Es sei eine weitere Runde des Informationskrieges, in den man Russland hineingezogen hätte, so bezeichnet eine Kolumnistin des russischen Staatssenders Sputniknews die Welle der Kritik.

Der frisch zugelassene Impfstoff aus Russland wird stark angezweifelt. Die Reaktionen von Forschern aus aller Welt lassen bisher kaum ein gutes Haar daran. In Russland nimmt man es eher so wahr, als würde das Ausland ein Haar in der Suppe suchen.

"Ausländische Kollegen sehen sich offenbar in einem gewissen Wettbewerb und spüren die Wettbewerbsvorteile des russischen Impfstoffs. Und sie äußern Kritik, die aus unserer Sicht absolut unbegründet ist", sagte der russische Gesundheitsminister Michail Muraschko auf die Zweifel aus der weltweiten Forschungsgemeinschaft.

Auf der offiziellen behördlichen Internetseite zur Pandemie kontert Professor Sergej Tsarenko die Kritik der ausländischen Kollegen. Hersteller anderer Impfstoffe würden die Kampagne in der Presse finanzieren, sie stünden auch hinter den angeblich unabhängigen Experten. Praktizierende Ärzte schämten sich, dieser verdeckten Stimmungsmache zusehen zu müssen.

Internationale Kritik an Russland wegen Corona-Impfstoff-Zulassung
tagesschau 20:00 Uhr, 11.08.2020, Jo Angerer, ARD Moskau

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Ein großer Kreml-Coup

In Russland sehen kremlkritische wie staatliche Medien in der Zulassung des Impfstoffs einen großen Coup, den die Regierung - und allen voran der Staatschef Wladimir Putin - gelandet hätte. "Das Wort des Tages - und möglicherweise des Jahres: 'Sputnik V', V für Vaccine, ein Impfstoff gegen das Coronavirus" - so machte die Hauptnachrichtensendung im ersten Kanal des russischen Staatsfernsehens auf.

"Ich gehe davon aus, dass für Wladimir Putin die Erfindung des Impfstoffs in Russland der wichtigste Image-Durchbruch sein wird. Der Durchbruch des Jahres", sagt Journalist Andrej Archangelskij beim regierungskritischen Sender Echo Moskwy.

Der Impfstoff sei einfach - wie alles Geniale, loben einige russische Forscher. Niemand auf der Welt hätte die Finesse gehabt, so etwas zu erfinden.

Massenproduktion noch diesen Monat

Die Gesundheitsbehörden bereiten derweil die Massenproduktion vor. Zwei Hersteller soll es im Land geben. Schon im August geht es los. Auch im Ausland werde der russische Impfstoff produziert, in fünf Ländern, sagte Kirill Dmitrijew, Leiter des Investitionsfonds, der die Forschung mitfinanziert: "Brasilien, Nahost, asiatische Länder. Detailliert werden wir darauf im Laufe des Monats eingehen. Denn es gibt natürlich einen großen Druck auf viele Länder, auf viele Unternehmen, beim Impfstoff nicht mit Russland zusammenzuarbeiten. Wir stellen viele Informationsattacken fest."

Viele westliche Unternehmen und Politiker wollten offenbar nicht, dass ein Impfstoff aus Russland zum Standard auf der Welt werde.

Corona-Impfstoff in Russland
Palina Milling, WDR
12.08.2020 13:16 Uhr

Download der Audiodatei

Wir bieten dieses Audio in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Audiodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Über dieses Thema berichtete am 12. August 2020 tagesschau24 um 11:00 Uhr und MDR Aktuell im Hörfunk um 13:47 Uhr.

Korrespondentin

Palina Milling Logo WDR

Palina Milling, WDR

Darstellung: